Sanierung der Außenwände im Sommer

Von Susanna Hoke

 

Wriezen (MOZ) Bis der Architektenentwurf zum Wiederaufbau der Marienkirche umgesetzt wird, dauert es noch ein paar Jahre. Als nächstes steht die Sanierung des Mauerwerks an. Dazu wurde eine beschränkte Ausschreibung gestartet. 40 Unternehmen haben sich beworben.

Bis Anfang März konnten sich die Firmen bei der Stadt Wriezen bewerben, am Mittwoch wurden die Briefe geöffnet. Die Bewerber kommen aus Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Schleswig-Holstein. "Nun müssen die Stadt und die Denkmalbehörde prüfen, ob die Unternehmen die Forderungen erfüllen", sagt Friedhelm Zapf, der die Kirchensanierung mit koordiniert. So müssten die Bewerber gewisse Referenzen vorweisen und Erfahrung im Umgang mit Denkmälern mitbringen. Anschließend werde ihnen mitgeteilt, welche Arbeiten zu machen sind. Sie haben dann vier Wochen Zeit, um ihr konkretes Angebot mit Kostenvoranschlag zu unterbreiten. Wer den Zuschlag bekommt, entscheidet die Stadt zusammen mit der Kirchengemeinde und dem Architekten Rainhardt Pavlitschek, der den Wettbewerb betreut hat.

Zapf hofft, dass mit der Hüllensanierung Mitte Mai, Anfang Juni begonnen werden kann. "Dieses Jahr wird allerdings noch nicht so viel zu sehen sein", sagt der ehemalige Landrat von Bad Freienwalde, der auch die Sanierung der Frankenfelder Kirche vorangetrieben hat. Die Hüllensanierung ist auf drei Jahre angelegt. "Die Stadt reicht dafür Städtebaufördermittel in Höhe von 287 517,18 Euro an die Gemeinde weiter", sagt Zapf und lobt die gute Zusammenarbeit mit der Wriezener Verwaltung. Die Eigenmittel in Höhe von 235 241,34 Euro tragen der evangelische Kirchenkreis Oderbruch, die Landeskirche, der Förderverein und die evangelische Kirchengemeinde. "Ein Teil soll auch durch Eigenleistungen erbracht werden. Dafür erhoffen wir uns die Unterstützung aus der Bevölkerung", wirbt Zapf für das umfangreiche Bauprojekt. Auch Geldspenden seien willkommen.

Zunächst wird das Mauerwerk trockengelegt, die Fundamente und der Sockel aus Natursteinen gesichert, isoliert und mit einem Ringanker aus Stahl versehen. Außerdem müssen die Restauratoren bröckelnde Steine bergen, die ausgetauscht werden müssen. Damit im kommenden Jahr die Sanierung der Außenwände aus mittelalterlichem Mischmauerwerk starten kann, werden schon Ersatzsteine angefertigt. Die Wände erhalten keinen Putz, schließlich sollen die Geschichte des Mauerwerks erkennbar bleiben.

Erst nach der Hüllensanierung sind die Wände stabil genug, um das Dach zu tragen. Der Sieger des Architektenwettbewerbs, das Büro pro3 aus Seelow, hatte sich für ein von acht Stahlrohren getragenes Luftkissendach entschieden. Diese Konstruktion ist leichter und kostengünstiger als ein Glasdach und lässt 90 Prozent des Sonnenlichtes hindurch. "Voraussichtlich 2012 wird das Dach installiert, und die Kirche ist vor der Witterung geschützt", so Friedhelm Zapf.

Erst danach erfolgt die Realisierung des Siegerentwurfs mit dem Innenausbau des Langschiffes. Laut Pfarrer Christian Moritz werden bis Mitte dieses Jahres noch die Details dazu geklärt. Denn nicht alle Vorschläge von pro3 sind auf das Wohlwollen des Denkmalschutzes gestoßen. So möchten die Architekten die Apsis, die halbkreisförmige Nische zum Markt hin, erhöhen. Die verlängerten Fenster sollen mehr Licht in den Altarraum lassen. Ein nächstes Treffen zur Feinabstimmung findet am 13. April statt.

Auch Moritz hofft auf eine rege Beteiligung der Wriezener Bürger. Schließlich soll das historische Gebäude nicht nur von der Kirchengemeinde genutzt werden, sondern als Veranstaltungsraum für Konzerte, Lesungen und Theateraufführungen dienen.

Märkische Oderzeitung vom 05. März 2010

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