BAUEN: Die 30 000-Euro-Entdeckung

Marmorierung in der Glienicker Kirche zum Teil freigelegt / Erhalt noch unklar

GLIENICKE - Dieser Fund drängt sich nicht auf. Nur ganz zart sind marmorartige Muster zu entdecken, nachdem die Farbe vorsichtig entfernt wurde. Die Marmorierungen hauptsächlich an den Säulen und am Altar der Kirche in Glienicke waren offenbar längst vergessen. Erst im Zuge der Kirchensanierung sind sie wieder ans Tageslicht befördert worden jedenfalls in Fragmenten. Das berichtet Architektin Bärbel Kannenberg aus Wittstock.

Die Frage, was nun aus diesen Marmorierungen wird, sei indes noch nicht geklärt. Denn das Restaurieren würde etwa 30 000 Euro kosten zusätzlich zu den etwa 260 000 Euro, die ohnehin schon in die Sanierung der Kirche investiert werden. "Eine Förderung vom Amt für Flurneuordnung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Höhe von etwa 61 Prozent stünde dafür in Aussicht, aber dann blieben trotzdem noch rund 12 000 Euro übrig, die über andere Quellen aufgebracht werden müssten", sagt Bärbel Kannenberg.

Der Förderverein Dorfkirche Glienicke freute sich in der Vergangenheit zwar immer wieder über etliche Spenden von privaten Förderern oder Firmen, aber 12 000 Euro übersteigen dann doch die Möglichkeiten bei weitem. Der Förderverein würde es jedoch begrüßen, wenn die Marmorierungen komplett restauriert werden würden. "Es wäre ein schöner Blickfang, weil der Innenraum der Kirche sonst ja eher einfach gehalten ist", so Ingrid Blüschke vom Förderverein. Doch so lange die Finanzierung nicht geklärt ist, sei es laut Bärbel Kannenberg auch noch nicht sicher, ob diese Marmorierungen tatsächlich erhalten werden. Die preiswerte Alternative wäre, die Oberflächen einfach weiß überzustreichen.

Doch das Schicksal der Marmorierungen ist nicht das einzige Fragezeichen, das über der kleinen Kirche schwebt. Ein weiteres Problem betrifft das Dach. Bereits im Sommer vergangenen Jahres wurde festgestellt, dass die neuen Dachsteine nicht der geforderten Qualität entsprechen (die MAZ berichtete). Ob das Dach nun neu gedeckt werden muss oder nicht, sei laut Bärbel Kannenberg immer noch nicht geklärt. Immerhin habe die Überprüfung durch einen Sachverständigen inzwischen aber ergeben, dass die Mängel an den Steinen doch nicht so erheblich seien wie zunächst angenommen worden war. Das heißt, dass sie womöglich liegenbleiben könnten.

All das zieht die Sanierung in die Länge. Zudem müssen noch Restarbeiten an Fassade und Fensterfaschen erledigt werden. Dabei sollte die Sanierung eigentlich im Sommer vergangenen Jahres abgeschlossen sein. Bärbel Kannenberg drängt daher auf eine Lösung der anstehenden Probleme. "Wir müssen in diesem Jahr endlich fertig werden." (Von Björn Wagener)

Märkische Allgemeine vom 04. März 2010

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