SANIERUNG: Der Turm ist fast wie neu

Innenleben mit Glockengeläut steht in diesem Jahr im Plan des Heinsdorfer Fördervereins

HEINSDORF - Ende Februar werden sich die Mitglieder des Fördervereins zur Sanierung der Kirche in Heinsdorf zu ihrer Jahresversammlung zusammenfinden. Dann wird es um die Bilanz eines weiteren erfolgreichen Jahres gehen und auch um die Fortführung der Sanierungsarbeiten an der Kirchenruine. Bis die Glocken wieder läuten, liegt allerdings noch einiges an Arbeit vor dem Vereinsvorstand.

Vorsitzender Gerhard Schliebener und Pfarrer Joachim Boekels sind stolz und haben Freude an dem, was bis jetzt erreicht wurde. "Die erfolgreiche Arbeit war nur möglich durch die Unterstützung vieler", sagt Gerhard Schliebener. Zusätzlich zu Spenden und Mitgliedsbeiträgen wurden im vergangenen Jahr Eigenleistungen im Wert von gut 2000 Euro erbracht, sowohl von Vereinsmitgliedern als auch von Sympathisanten und Freunden. Die gibt es reichlich und sie kommen nicht nur aus dem eigenen Ort, sondern auch von weiterher. In der Füllung des selbst gebastelten "Spendenturms" in der benachbarten Gaststätte spiegelt sich die Anteilnahme wider. In gut eineinhalb Jahren brachte der Spendenturm 1500 Euro ein.

Jeder Cent wird für den Wiederaufbau der Ruine gebraucht. Dafür ist der gotische Glockenturm jetzt wieder stabil und hat ein neues Biberschwanzdach. Ziegel und Feldsteine wurden ausgetauscht, das Mauerwerk ist neu verfugt. "Insgesamt 25 000 Euro stecken im Turm", berichtet Gerhard Schliebener. Nebenher bekam der Kirchhof einen neuen Zaun. Aus dem ehemaligen Kirchenschiff wurden von Arge-Mitarbeitern weitere 145 Kubikmeter Schutt und Erdreich geschippt. Mit dem Mutterboden wurde der Kirchhof planiert. Das Schutzdach für das Kirchenschiff ist verlängert, die im Sommer entdeckte Gruft verfüllt worden. "Die Denkmalschutzbehörde hat uns unterstützt, so dass bei der Dokumentation zur Gruft keine zusätzlichen Kosten anfielen", so Gerhard Schliebener. Geholfen hat auch der Elektromeister aus dem Ort, der die Anlage kostenlos installiert und nur die Materialkosten in Rechnung gestellt hat.

Solche Beispiele gibt es viele. Dazu kommen die spendenfreudigen Firmen und Organisationen, die mit ihren Zuwendungen nicht nur den Fortgang der Arbeiten gewährleisten, sondern dadurch auch die Anstrengungen des Vereins würdigen. Für die nächsten Vorhaben sind die Förderanträge bereits auf dem Weg. Im Inneren des Turms müssen tragende Balken ausgewechselt, Dielung, Fenster und Schallluken erneuert sowie Treppen begehbar gemacht werden. In den nächsten Wochen ist außerdem zu klären, ob tatsächlich die alten Glocken im Dezember wieder läuten werden. Das ist knifflig, denn die Harteisenglocken aus dem Jahr 1922 haben gelitten und werden womöglich keine 100 Jahre so die durchschnittliche Haltbarkeitsdauer. "Die Heinsdorfer wollen ihre Glocken behalten und sie nutzen, solange es geht", weiß Gerhard Schliebener. Angesichts der finanziellen Lage wird dem Verein auch kaum eine Wahl bleiben. Für die Sanierung des Turm-Innenlebens sind allein knapp 20 000 Euro veranschlagt. Und die 7000 Euro für die Sanierung des Glockenstuhls samt Läutanlage müssen erst noch "eingesammelt" werden. Die Kirche trägt einen Teil der Baukosten. Pfarrer und Gemeindekirchenrat unterstützen den Verein von Anfang an. Joachim Boekels ist nach wie vor beeindruckt, was sich da seit Anfang 2007 entwickelt hat. "Es ist eine positive Dynamik, die anderen Impulse verleiht", sagt der Pfarrer, der dabei die Kirchen in Niebendorf und Lichterfelde vor Augen hat. "Die Leute merken, dass sie nicht zuschauen müssen, wie etwas verfällt, sondern dass sie mehr erreichen können, als sie für möglich gehalten haben." (Von Martina Burghardt)

Märkische Allgemeine vom 08. Januar 2010

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