Engagement vor Ort

Pessiner Dorfkirche soll wieder begehbar werden

 
Pfarrer Michael Jurk (li.) und Irving Börner besprechen hier den Bauabschnitt in der Pessiner Kirche.

Pessin (ps). Pfarrer Michael Jurk konnte in diesen Tagen den Startschuss für die Wiederherstellung des Fußbodens in der über 500 Jahre alten Pessiner Dorfkirche geben. Der Boden hatte sich im vergangenen Jahr an einigen Stellen abgesenkt. Schon seit Anfang des Jahres konnte das Kircheninnere nur noch eingeschränkt betreten werden.

Nach einem sehr gut besuchten Konzert brach Anfang November noch der Fußbodenbereich unmittelbar am Eingang ein, so dass das Kirchenschiff nicht mehr genutzt werden konnte. Nachdem Fachleute die Schadstellen begutachtet hatten und die erforderlichen Genehmigungen vorlagen, konnte es nun endlich losgehen. "Dank einer erheblichen Eigenleistung, bereits eingegangener Spenden und der Unterstützung durch die örtliche Baufirma von Irving Börner ist die Finanzierung der Fußbodeninstandsetzung abgesichert", sagte Pfarrer Michael Jurk.

Seit Juni 2009 unterstützt eine Projektgruppe die Kirchengemeinde bei der Nutzung und Sanierung der Dorfkirche. Zu ihr gehören der Pfarrer, der Bürgermeister sowie engagierte Pessiner, von denen nicht wenige selbst als Handwerker tätig sind und gerne bei den anstehenden Arbeiten mitarbeiten. Schon in der Vergangenheit war eine Instandhaltung ohne sie nicht denkbar. Nun hat die Projektgruppe ein erstes Konzept erstellt, wie die Kirche nicht nur als religiöser Mittelpunkt sondern auch als soziokulturelles Zentrum weiterentwickelt werden soll. Dazu sind jedoch umfangreiche Sanierungsmaßnahmen notwendig. Schon Anfang dieses Jahrtausends wurde das Dach und der Kirchturm aufwändig saniert und die Kirche damit vor dem Verfall gerettet. Nun gilt es, darauf aufzubauen.

Im Frühjahr wird das nächstliegende Problem in Angriff genommen: Unter der Nordempore hat sich der Gemeine Hausschwamm gebildet, dies bedarf einer gründlichen und fachgerechten Sanierung. Kirchengemeinde und Projektgruppe hoffen, bis dahin die noch fehlenden finanziellen Mittel von Förderern zu erhalten. Das alles sind Arbeiten, die von außen nicht sichtbar, aber unbedingt notwendig sind. Daher wird als nächstes "sichtbares" Projekt die Hüllensanierung angestrebt, sowie im Anschluss die Renovierung des Innenraumes mit seinen wertvollen Besonderheiten, wie zum Beispiel die Wappen der Erbauer, zu denen die Familie von Knoblauch gehörte. Auch der 28 m hohe, derzeit praktisch unbegehbare, Turm soll in die Überlegungen einbezogen werden. Um diese Aufgaben zu meistern, wird sich Anfang 2010 aus der Projektgruppe ein Förderverein gründen, für die noch weitere Interessierte gesucht werden. Pfarrer Jurk jedenfalls ist sicher, dass das hohe Engagement der Beteiligten der wesentliche Erfolgsfaktor für die Umsetzung des Gesamtprojekts sein wird und dadurch die Gemeinschaft vor Ort über die kleine Kirchengemeinde hinaus gefördert wird.

Infos: Ev. Pfarramt, Pfarrer Jurk, Tel.: 033237-85100 und unter: www.foerderverein-dorfkirche.pessin-online.de

Der Preußen Spiegel vom 30. Dezember 2009

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