Begegnungen an der Kirchenruine Guben

Guben Zum 2. deutsch-polnischen Begegnungsfest hatten am Samstagnachmittag der Gubener Förderverein für den Wiederaufbau der Stadt- und Hauptkirche und die Gubiner Stiftung rund um die Kirchenruine eingeladen. Trotz klirrender Kälte sind die Angebote von den Bewohnern beider Städte gut angenommen worden. Gleichzeitig wurde bekannt, dass mit der Beantragung von Fördermitteln für den Wiederaufbau der Kirche die nächste wichtige Etappe für den Wiederaufbau der Kirche als Begegnungszentrum eingeläutet worden ist.

 
Helena Binicewicz (2.v.r.) und Maria Uscinska (2.v.l.) haben zum Fest der Begegnung in der Gubiner Kirchenruine eine Festtafel hergerichtet, wie sie am Heiligen Abend in polnischen Familien Tradition ist. Sigrid Weidlich (69, links) und Gerhard Lanzke (70, vorn) erfuhren so, dass es in Anlehnung an die Zwölf Apostel zwölf Gerichte sind, die am Heiligen Abend auf den Tisch kommen.
Foto: Foto-Werner

Eingehüllt in dicke Wintermäntel, Schals und Mützen statteten Gubener und Gubiner der Kirchenruine einen Besuch ab, um sich einen Überblick über den Stand der Arbeiten zu verschaffen. In zwei Nischen des Kirchenschiffes wurden eine typische polnische Weihnachtstafel und ein Krippenspiel dargestellt. Zudem hatten die Gubener Modelleisenbahner im Bereich des Haupteingangs der Kirche eine ihrer Anlagen aufgebaut.

Allzu lange wollte in der Ruine aufgrund der Kälte aber niemand verweilen. Gern wurden von den Besuchern deshalb die weiteren Veranstaltungs-Angebote rund um das Gotteshaus angenommen. Die bestanden vor allem in Form von heißen Getränken und Speisen. Wer sich richtig aufwärmen wollte, der schaute im angrenzenden Kulturhaus vorbei. Dort hatten der Gubiner Bürgermeister Bartlomiej Bartczak und der Erste Beigeordnete der Stadt Guben, Fred Mahro, das Fest eröffnet. Anschließend präsentierten Mädchen und Jungen der Gubener Kita "Regenbogen" und der Gubiner Kita Nr. 1 ein gemeinsames Programm, bei dem die Zuschauer begeistert mitklatschten. Gubiner Musikschüler, die Gubener Folkloregruppe und das Ensemble Gubinskie Luzyczanki zählten zu den weiteren Mitwirkenden.

Günter Quiel vom Gubener Förderverein freute sich, dass das Fest so gut angenommen wurde. "Das ist ganz herrlich. Wir wollen mit dieser Veranstaltung Deutsche und Polen zusammenbringen, den Austausch der Kulturen fördern. Das Verständnis für den anderen wächst", sagte Quiel.

 

Guben. Am vergangenen Freitag ist nach Angaben der Initiative für den Wiederaufbau der Stadtkirche ein Interreg-Antrag über rund 1,5 Millionen Euro eingereicht worden.

Mit dem Geld soll im kommenden Jahr die Sanierung des Turmes angegangen werden. Günter Quiel vom Gubener Förderverein für den Wiederaufbau der Haupt- und Stadtkirche zeigte sich überzeugt, dass die Stadtentwicklung mit dem Wiederaufbauprojekt entscheidend mitgestaltet werde. Deshalb gehe der Blick jetzt bereits auf die Vorhaben für das Jahr 2010. Zudem soll laut Quiel ein europäischer Wettbewerb über die Gestaltung des Kirchenschiffes angeschoben werden. Der Gubiner Bürgermeister Bartlomiej Bartczak nannte diesen Fördermittelantrag einen Wendepunkt: "Bisher sind wir nur kleine Schritte gegangen."

Der Beigeordnete und stellvertretende Bürgermeister von Guben, Fred Mahro, ergänzte: "Bis hierher haben wir ja nur Aufräum- und Sicherungsarbeiten ausgeführt." Jetzt könne die eigentliche Aufbauarbeit beginnen.

Lausitzer Rundschau vom 21. Dezember 2009

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