Rettung für die Briesener Fresken

Briesen Noch in der vergangenen Woche beklagten die Briesener beim Ortsrundgang mit der RUNDSCHAU, dass ihnen das Geld für die dringend notwendige Restaurierung der mittelalterlichen Fresken in ihrer Kirche fehlt. Nur wenige Tage später erreichte sie die Nachricht, dass die Ostdeutsche Sparkassenstiftung Mittel für die Sicherung der Wandmalereien zur Verfügung stellt. Gestern ist der Fördermittelbescheid übergeben worden.

 
Pastorin Nanna-Maria Luttenberger ist glücklich, dass die Fresken in der Briesener Kirche gesichert werden können.
Fotos: Nocon
Bei dem Dudelsackspieler handelt es sich um die angeblich älteste Darstellung eines dörflichen Musikers im sorbischen Raum.

Die Freude in Briesen ist groß. Lange hatten die Gemeinde und der eigens für den Erhalt der Wandmalereien gegründeten Verein "Briesener Fresken" vergeblich nach Fördermitteln und Sponsoren für die Sanierung der Fresken in ihre Dorfkirche gesucht. Dass es sich bei der Ausmalung der Kirche um ein einzigartiges kunst- und kulturhistorisches Kleinod handelt, hatte das Landesdenkmalamt der Gemeinde schon vor Jahren bestätigt. Doch im Alleingang konnten die Briesener die rund 300 000 Euro teure Restaurierung nicht stemmen. "Im Rahmen unserer Möglichkeiten haben Verein, Gemeinde und Kirchengemeinde versucht, erste Schritte zu unternehmen. Teile des Sockels wurden saniert, um zu verhindern, dass Feuchtigkeit im Mauerwerk aufsteigt und die Fresken schädigt", sagt Bürgermeister und Vereinsvorsitzender Klaus Heinrich. Es bestehe dringender Handlungsbedarf. "Die Fresken verblassen zusehends", betont er.

Entsprechend willkommen ist nun die Hilfe durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung, die einen "wesentlichen Beitrag" über die Höhe der Fördersumme schweigt sich die Stiftung aus zum Erhalt der Fresken leisten wird. Das Geld reiche, um die komplette Außenhaut so zu sanieren, dass keine Feuchtigkeit mehr aufsteigen kann, erklärte die Briesener Pastorin Nanna-Maria Luttenberger. Im Frühjahr solle begonnen werden.

"21 Jahre lang haben Maler unter Anleitung eines Meisters aus dem Cottbuser Augustinerkloster an den Fresken gearbeitet. 1486 waren sie fertig", erklärt die Pastorin. Die Fresken stellten eine abgeschlossene Heilsgeschichte dar, der auf den Bildern im Westteil der Kirche das Weltliche und Böse gegenübergestellt werde.

Führungen durch die Briesener Kirche können unter Telefon 035606 259 vereinbart werden.

Von Nicole Nocon

Lausitzer Rundschau vom 17. Dezember 2009

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