Rietschener Gotteshaus benötigt Fördergelder

Rund ein Drittel der Wand- und Deckenmalerei der evangelischen Kirche ist noch zu restaurieren. Das stellt Udo Zange, der Vorsitzende des Fördervereins für die Bauaufgaben der evangelischen Kirchengemeinde, im Gespräch mit der RUNDSCHAU fest.

Restauratorin Annett Kretschmar 2007  
Restauratorin Annett Kretschmar 2007.
Archivfoto: Ingolf Tschätsch

"Konkret betrifft das zwei Felder des Gewölbes über der Orgel und acht Felder über der Deckenempore", so Udo Zange.

Diese Arbeiten würden laut Vereinsvorsitzenden einem Kostenumfang von etwa 28 000 Euro entsprechen. "Wir haben einen Fördermittelantrag beim Landratsamt gestellt. Das ist jetzt für solche Aufgaben der Ansprechpartner. Früher war es das Regierungspräsidium", erklärt Zange. Nach seinen Worten sei das gegenwärtig der einzige Weg, um an dringend benötigte Gelder in Größenordnungen für die weitere Restaurierung heranzukommen. Weil nämlich die Finanzen gefehlt hätten, mussten die Arbeiten zum Jahresende 2008 eingestellt werden. Im gesamten laufenden Jahr habe deshalb das Vorhaben geruht. Erst wenn die finanzielle Frage geklärt sei, können die beiden Restauratoren Frank-Michael Heidrich aus Reichenbach und Annett Kretschmar aus Görlitz weitermachen.

In diesem Zusammenhang lobt der Vereinsvorsitzende das verstärkte Engagement von Einzelspendern auch von anonymen sowie Sponsoren gerade in den letzten Tagen und Wochen. "Isolde Kahlfeld aus Bad Münder aus den alten Bundesländern ist beispielsweise eine solche fleißige Geldgeberin. Sie ist gebürtige Rietschenerin, ist hier zur Schule gegangen. Obwohl die betagte Seniorin schon seit vielen Jahren im westlichen Teil Deutschlands lebt, fühlt sie sich mit Rietschen und der Kirche nach wie vor eng verbunden", erzählt Zange.

Er erinnert auch an die jüngsten Spendenaktionen, natürlich das Benefiz-Konzert am Dienstag in der Kirche, die Filmpremiere im Kino-Café u. a. mit Schauspieler Jaecki Schwarz, bei der 1440 Euro zusammenkamen, das Benefiz-Dinner des Wirthaus-Ehepaares Szonn auf dem Erlichthof, das 1000 Euro erbrachte und nicht zuletzt den Scheck von der Sparkasse in Höhe von 3500 Euro (die RUNDSCHAU berichtete). "All diese finanziellen Aktivitäten sind die Voraussetzung, um unseren Eigenmittelanteil zu erhöhen und damit die entsprechende Fördersumme zu erhalten. Bis maximal 75 Prozent Förderung sind übrigens möglich", erläutert der Vereinschef.

Er ist der felsenfesten Überzeugung, dass, wenn der Fördermittelantrag vom Landratsamt genehmigt wird, die Restaurierung des Gotteshauses im nächsten Jahr abgeschlossen werden kann. "Dazu ist es aber unbedingt notwendig, dass wir mit den Arbeiten rechtzeitig im Frühjahr beginnen, damit sie spätestens Ende September, Anfang Oktober, beendet werden können. Wird es später und damit draußen kälter, bekommen wir wegen der zu großen Temperaturunterschiede Probleme mit der Restaurierung", merkt Zange an.

Wie er abschließend im RUNDSCHAU-Gespräch informiert, hat es am Mittwoch in Rietschen eine große Vor-Ort-Beratung mit Vertretern des Denkmalschutzes gegeben. Dabei sei es um die fachliche Weiterführung des Vorhabens gegangen. "Wir haben uns insbesondere dazu verständigt, wie mit den freigelegten Spruchbändern und Wappen zu verfahren ist. Letztere sollen laut Denkmalschutz von den Farben her kräftiger herausgearbeitet werden, was eine Nachrestaurierung erforderlich macht", so Udo Zange.

Die Kirche Rietschen, von 1914 bis 1916 erbaut, wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Die Hälfte des Turms fehlte, und das gesamte Dach des Kirchenschiffs war kaputt. Nach der Außensanierung begann am 29. Oktober 2007 die Innenrestaurierung, die 2009 wegen fehlender Gelder zum Erliegen kam.

Von Ingolf Tschätsch

Lausitzer Rundschau vom 10. Dezember 2009

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