DORFLEBEN: Erneut Anlauf genommen

Ohne Förderverein ist Klausdorfer Kirche nicht zu retten

KLAUSDORF - Ohne Heizung, Strom und Wasseranschluss ist die Kirche im Bardenitzer Gemeindeteil Klausdorf im April 2008 genau 100 Jahre alt geworden. Ideen, sie als Treffpunkt für die 75 Dorfbewohner sowie Veranstaltungsort auszubauen und zu sanieren, sind am Donnerstagabend erneut bei einer Bürgerversammlung diskutiert worden.

Deutlich wurde dort, dass dies nur möglich ist, wenn sich im Ort ein Förderverein zur Rettung des Gebäudes gründet.

Anlauf dazu genommen hatten Bürger aus Klausdorf und Bardenitz bereits Ende 2007. Bei einem Weihnachtsmarkt waren gut 1000 Euro zusammengetragen worden. Sie waren als Grundstock für weitere Aktivitäten gedacht. "Das Geld ist immer noch auf einem Konto geparkt", bestätigte Ortsvorsteherin Edith Rettschlag.

Laut einem Gutachten, das die Kirchenverwaltung bereits im Jahr 2005 erstellen ließ, müssten zirka 155 000 Euro investiert werden, um den Turm, das Dach und andere Bauteile des Gebäudes herzurichten sowie Feuchteschäden zu beseitigen.

"Die weitere Initiative muss jedoch nun von den Klausdorfern selbst ausgehen", sagte Treuenbrietzens Bürgermeister Michael Knape (FDP). Er hatte gemeinsam mit Pfarrer Bernhard Hoppe zu der Beratung eingeladen. Erschienen waren einige Bardenitzer und wenige Klausdorfer.

Die Kirchengemeinde hatte entschieden, das Klausdorfer Kirchengebäude nicht übernehmen zu wollen. Dennoch sei sie für eine Nutzung offen, bekräftigte Pfarrer Hoppe am Donnerstag. "Kirche und Stadt allein können dies aber nicht stemmen, ein Dreiklang ist nötig", sagte Knape. Mit Auslaufen des Schuldrechtsanpassungsgesetzes hatte niemand Anspruch auf das Gebäude erhoben. Die Immobilie, die auf öffentlichem Grund ohne eigenes Flurstück steht, fiel an die Stadt Treuenbrietzen. Sie müsste die als Denkmal eingestufte Kirche erhalten. "Eine Nutzung schwebt uns nicht vor", sagte der Rathauschef. "Ein weiteres Dorfgemeinschafthaus wird es nicht geben." Doch sei die Stadt bereit, Initiativen aus dem Ort zu unterstützen.

Horst Bringewald verwies als Zuzügler darauf, dass es zuletzt keine Einigkeit unter den Dorfbewohner zu dem Vorhaben gegeben habe.

Andreas Bruns aus Bardenitz sah in dem Projekt "eine Chance, die aufgerissenen Gräben wieder zu schließen".

Aus ihren "guten Erfahrungen" mit dem Kinderförderverein heraus ermutigte auch Sigrid Höhne die Klausdorfer, einen Verein zu gründen. "Hilfe gibt es sicher auch aus Bardenitz und Pechüle."

Dies bekräftigte Edith Rettschlag: "Die Kirche darf nicht verloren gehen", so die Ortschefin. Für den 27. Januar ist ein erneutes Treffen geplant. "Dann sollte klar sein, ob sich wenigstens fünf Leute finden, um einen Verein zu gründen", sagte Michael Knape.

Am Sonntag, 10 Uhr, findet ein Benefizkonzert mit irischer Weihnachtsmusik in der Klausdorfer Kirche statt. (Von Thomas Wachs)

Märkische Allgemeine vom 05. Dezember 2009

Pressespiegel zu Klausdorf:
Märkische Allgemeine vom 06. Oktober 2005: Gotteshaus in Klausdorf soll mit Fördergeld saniert werden
Märkische Allgemeine vom 30. Oktober 2007: Bürger wollen Klausdorfer Gotteshaus auf Vordermann bringen
Märkische Allgemeine vom 29. Januar 2008: Geld allein macht es nicht

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