SANIERUNG: Schlussstein für Gewölbe gesetzt

Gestern feierliche Andacht in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche

RATHENOW - Wäre es nach Heinz-Walter Knackmuß, dem Vorsitzenden des Förderkreises zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche, gegangen, dann hätte gestern Martina Münch, die neue Kulturministerin des Landes, den Schlussstein für die neuen Gewölbe der Kirche gesetzt. Doch Frau Münch hatte eine wichtige Sitzung in Potsdam und entsandte deshalb ihren Staatssekretär Martin Gorholt, der bekanntlich seinen Hauptwohnsitz in Rathenow hat.

In Ermangelung der Ministerin hatte der Gemeindekirchenrat entschieden, Heinz-Walter Knackmuß selbst die feierliche Handlung des Schlusssteinsetzens zu übertragen. Schließlich hat dieser vor kurzem seinen 65. Geburtstag gefeiert und hat der Förderkreis als Anteil der Gemeinde für den jetzigen Bauabschnitt 250 000 Euro an Spenden eingesammelt. Im Rahmen einer feierlichen Andacht im Chorraum mit über 100 Teilnehmern wurde dann das Setzen des Schlusssteins vollzogen. Zusammen mit Martin Gorholt verließ Heinz-Walter Knackmuß nach einer Viertelstunde die Andacht, um diverse Leitern nach oben zu steigen und von einem Baugerüst aus den Schlussstein ins östlichste Gewölbe zu setzen.

Tatsächlich hatten die Maurer dazu in einem Gewölbebogen die Lücke für den allerletzten Ziegel freigelassen. Angeleitet vom Vorarbeiter Stefan Unkelbach, versah Heinz-Walter Knackmuß den Stein mit Mörtel, setzte ihn passgenau ins Gewölbe ein und verkündete dazu seine drei Wünsche zum Wohle von Kirche und Stadt.

Eine Viertelstunde, nachdem sie den Chorraum verlassen hatten, wurden Knackmuß und Gorholt dort mit Beifall wieder empfangen. Als Beweis für ihre Tätigkeit war reichlich Baustaub an ihren Jacken und Hosen hängen geblieben.

Pfarrer Andreas Buchholz dankte detailliert allen am Bau Beteiligten für ihren Einsatz, erinnerte an die vielen Spender und blickte voraus: "Wir träumen schon von Gewölben hier in diesem Chorraum." Bürgermeister Ronald Seeger sprach von einem "guten Tag für die Kirche, den Förderkreis und die Stadt mit ihrer Bürgerschaft". Für die Rathenower sei die Kirche das eindrucksvolle Symbol ihrer Heimatstadt. Martin Gorholt erinnerte an die Wiederherstellung des Kirchturmes im September 2001 und nannte das ein Signal, dass alles möglich war. Das Setzen eines Schlusssteins sei sprichwörtlich geworden für eine beeindruckende und entscheidende Handlung.

Nach der Andacht hatte die Gemeinde alle Bauleute ins Torhaus zum Essen eingeladen und die anderen Gäste ins Kirchencafé zu Kaffee und Kuchen. Am Ausgang des Chorraums wurde natürlich um Spenden für den Wiederaufbau der Kirche gebeten. (Von Bernd Geske)

Märkische Allgemeine vom 04. Dezember 2009

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