WETTBEWERB: Dorf sucht junge Autoren

Stüdenitz schreibt zum zweiten Mal den "Eva-Hoffmann-Aleith-Preis" aus

STÜDENITZ - Im kommenden Jahr schreibt der Förderverein "Kirche Stüdenitz e. V." zum zweiten Mal den "Eva-Hoffmann-Aleith-Preis für junge Literatur" aus. Damit sollen junge Menschen im Alter von zwölf bis 21 Jahren mit Wohnsitz im Landkreis Ostprignitz-Ruppin ermutigt werden, Literatur zu verfassen und vorzustellen. Bei der ersten Auflage des Wettbewerbs vor zwei Jahren waren Arbeiten zum "Leben im ländlichen Raum" gefragt. "Interessante Frauen" ist das Thema der Ausschreibung 2010. Erwartet werden epische, lyrische oder dramatische Texte sowie Lieder.

"Welche Geschichte einer Frau, der Du begegnet bist, die Dir wichtig fürs Leben ist, ist es wert, von Dir erzählt zu werden?", heißt es im Ausschreibungstext. Die Manuskripte dürfen einen Umfang von drei Seiten Din A4 nicht überschreiten. Vertonte Texte müssen auf einer CD eingereicht werden. Das sollte bis zum 19. April 2010 erfolgen und ist möglich beim Förderverein "Kirche Stüdenitz e. V.", z. H. Joachim Strenge, Havelberger Straße 45, 16845 Stüdenitz; bei Elke Kadasch, Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium in Kyritz; bei Kai Bräunig, Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, Neustadt, oder bei der "Bücherecke" John in Kyritz.

Eine unabhängige Jury wird die Texte bewerten. Die Preisvergabe erfolgt Ende Juni 2010 in der Stüdenitzer Kirche während einer Veranstaltung zur Erinnerung an die Autorin Eva Hoffmann-Aleith. Deren Geburtstag jährt sich im kommenden Jahr zum 100. Mal.

Geboren wurde die Schriftstellerin am 26. Oktober 1910 in Bergfeld bei Bromberg (Westpreußen). Die Familie zog bald nach Berlin, wo Eva Aleith 1930 ihr Abitur ablegte. Danach begann sie ein Philosophiestudium, um nach drei Semestern an die theologische Fakultät zu wechseln. 1937 promovierte sie. Ab 1940 lebte die inzwischen verheiratete Eva Hoffmann-Aleith in Stüdenitz. Hier wirkte sie vertretungsweise als Pfarrerin sowie als Lehrerin, wurde später zur Inhaberin der Pfarrstelle ernannt. Neben vielen kleinen literarischen Arbeiten sowie theologischen Aufsätzen entstanden seit den 1950er Jahren zahlreiche Romane und Erzählbände. Dazu gehören unter anderem "Anna Melanchton", "Frau von Friedland", "Die Frau auf der Kanzel". Auch nach dem Eintritt in den Ruhestand 1974 lebte und wirkte Eva Hoffmann-Aleith weiterhin in Stüdenitz. Sie starb am 24. Februar 2002. (Von Renate Zunke)

Märkische Allgemeine vom 25. November 2009

   Zur Artikelübersicht