Förderverein Dorfkirche Ladeburg

Von Britta Gallrein

 
Es werde Licht: Der Förderverein ließ die originalen Kronleuchter der Kirche restaurieren.
Foto: Archiv/MOZ/Britta Gallrein

Ladeburg (MOZ) Das Dach auf dem Ladeburger Gotteshaus ist das älteste Kirchendach Brandenburgs. Diese lange Lebenszeit ist aber auch ein Fluch: Die Kirche ist baulich in einem sehr schlechten Zustand. Der Förderverein will helfen, daran etwas zu ändern.

Es war ein Drama in mehreren Akten, die Ladeburger Kirche erstrahlen zu lassen. Die Idee dazu hatte der Förderverein bereits im vergangenen Jahr. 6800 Euro musste er auftreiben für die Strahler, die das Gebäude nachts beleuchten sollten. Die Mittel waren schneller zusammen als der Verein gedacht hatte. "Ich hatte damit gerechnet, dass ich rund 100 Bittbriefe schreiben muss", so die Vorsitzende Rosel Wunderlich-Marsing. "Doch bereits nach zehn Briefen hatte ich das Geld zusammen." Vom Erfolg ihrer Aktion ist die 67-Jährige noch heute begeistert. "Dass uns so viele Menschen helfen, hätte ich wirklich nicht gedacht", sagt sie. Dabei hatte sie sogar Fremde um Unterstützung gebeten. "In Ladeburg hat jemand so ein schönes neues Haus gebaut. Den kannte ich zwar gar nicht, aber ich habe ihn trotzdem angeschrieben. Der hat uns dann kurzerhand zwei Strahler gespendet", berichtet sie. Noch heute kennen sie ihn nicht persönlich. "Die Hilfsbereitschaft, die wir da erfahren haben, war wirklich klasse."

Doch so reibungslos verlief das Projekt nicht weiter. "Wir hatten Sponsoren, wir hatten das Geld - und dann kam der Denkmalschutz", schildert Rosel Wunderlich-Marsing. Die Behörde wollte die Grabungen auf dem Friedhof, die nötig waren, um die Kabel zu verlegen, nur gestatten, wenn Archäologen diese beaufsichtigen. "Der Pfarrer hat uns dafür 3000 Euro gespendet, doch die waren nach einer Woche verbraucht", erinnert sich Rosel Wunderlich-Marsing. "Dann haben uns die Archäologen einen Kostenvoranschlag geschickt: über 16 000 Euro. Das hätten wir niemals bezahlen können." Der Förderverein ließ die Arbeiten einstellen und wandte sich an Landrat Bodo Ihrke als Dienstherr der Behörde. Der empfand den Aufwand der Archäologen als unangemessen. Es gab einen neuen Kostenvoranschlag: über 4000 Euro. Davon spendeten der Landkreis und die Sparkasse Barnim den größten Teil: Die Ladeburger bekamen doch ihre Strahler.

Der im Jahr 2000 gegründete Förderverein hat sich zum Ziel gesetzt, die Kirche wieder zum Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens zu machen. "Wir sind gar nicht in dieser Kirchengemeinde, aber wir haben es immer bedauert, dass die Kirche in einem so schlechten Zustand ist und so wenig Beachtung findet. Dadurch, dass da jetzt mehr Veranstaltungen stattfinden, ändert sich das. Es kommen auch Leute in die Kirche, die sonst nicht viel damit am Hut haben." Der Förderverein organisierte in dem 750 Jahre alten Gebäude Ausstellungen, Konzerte und Musicals - mit großem Erfolg. "Zu einigen Veranstaltungen kamen so viele Leute, dass sie draußen stehen mussten, weil drinnen kein Platz mehr war", freut sie die Vorsitzende.

Mit dem eingenommenen Spenden wurde zum Beispiel die Restaurierung der Kronleuchter bezahlt. Das nächste Projekt der Kirchengemeinde ist die Anschaffung einer neuen Glocke. Der Förderverein will das Ereignis begleiten. Und wenn dann irgendwann das älteste Kirchendach Brandenburgs restauriert wurde, können wir als Förderverein für eine effektivere Heizung und neue Sitzgelegenheiten sammeln. Es bleibt noch viel zu tun..

DREI FRAGEN AN R. Wunderlich-Marsing, Vorsitzende

 

Gibt es aktuelle Projekte?

Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Krippenausstellung. Vom 23. bis 29. November werden in der Kirche 60 Krippen - von ganz klein bis ganz groß - aus aller Welt zu bewundern sein. Extra-Angebote gibt es dabei für Kinder, die zum Beispiel eigene Krippenfiguren basteln können.

Wie wird Ihre Arbeit von den Ladeburgen angenommen?

In einen Verein eintreten, damit tun sich viele schwer. Aber wenn wir Hilfe brauchen, sind viele Ladeburger bereit, sich einzubringen, so zum Beispiel bei der Krippenausstellung.

Was wünschen Sie Ihrem Verein für die Zukunft?

Mehr Mitglieder, damit sich die Arbeit auf viele Schultern verteilt. Aber auch passive Mitglieder, die uns mit 20 Euro im Jahr unterstützen. Das Geld brauchen wir dringend, zum Beispiel um die Stromkosten für die Anstrahlung der Kirche zu bezahlen. Viel Arbeit und Geld kostet auch bei Veranstaltungen im Winter das Heizen der Kirche. Da wird täglich für etwa 30 Euro Kohle verheizt.

Märkische Oderzeitung vom 19. November 2009

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