KIRCHE: Sechs Obstbäume vorm Gotteshaus

Pflanzaktion des Görner Fördervereins

GÖRNE - Obstbäume gehörten früher fast zu jedem Pfarrgarten in Havelland. An diese Tradition knüpft auch der Förderverein zur Erhaltung der historischen Dorfkirche in Görne an.

1999 wurde der Förderverein gegründet. Seit dieser Zeit engagieren sich seine 20 Mitglieder nicht nur für das Gotteshaus. Zuerst nahmen sie die Neugestaltung des Umfeldes der Dorfkirche in Angriff. Dazu wurde ein Projekt erarbeitet und schrittweise verwirklicht. Vor rund einem Jahr trafen sich Mitglieder des Fördervereins und befreiten das Kirchenumfeld von Gestrüpp und Wildwuchs. Im Februar dieses Jahres wurde eine Aufräumaktion gestartet.

Am Samstag waren Mitglieder des Fördervereins nun erneut vor der Kirche mit Schippen und Harken zugange. Mutterboden wurde ausgebreitet. In diesen wurden drei Birn- und drei Äpfelbäume gepflanzt. Zwei Bäume wurden von Mitgliedern des Fördervereins gespendet. Die anderen vier Bäume wurden aus der Vereinskasse bezahlt. Die Einnahmen dafür kamen unter anderem aus dem Erlös eines Konzertes mit dem Pritzerber Männerchor im Juni dieses Jahres.

Eine Veranstaltung, an die man sich auch am Samstag beim Arbeitseinsatz noch gern erinnerte. Mitte der 2000er Jahre war es um den Förderverein etwas ruhig geworden. "Seit Ende 2007 sind wir wieder sehr aktiv", sagte am Samstag Sven Leist. So konnte der Vorsitzende des Fördervereins auch von einem weiteren Vorhaben berichten. In Kürze wird im Kirchturm mit den Arbeiten zur Schwammsanierung begonnen. Die Kosten von rund 3000 Euro werden jeweils zur Hälfte die Kirchengemeinde und der Förderverein übernehmen. Um seinen Teil aufbringen zu können, startete der Förderverein auch eine Spendeaktion im Dorf. Bis heute gaben die Görner beachtliche 600 Euro und zeigen auf diese Weise, dass ihnen ihre Kirche etwas Wert ist.

Im Jahr 1728 wurde die Görner Kirche als rechteckiger Fachwerkbau errichtet. Der breite Dachturm wurde erst 1740 auf den Westgiebel aufgesetzt. Damals war er etliche Meter höher als heute und eine Zierde der Kirche und des ganzen Dorfes. Doch schadhafte Stellen am Dach wurden vernachlässigt und der Turm drohte einzustürzen. Da er beim Läuten der Glocken zu schwanken begann, verkürzte man den Turm vor rund 200 Jahren auf seine heutige Höhe. 1984 wurden die drei defekten Glocken im Turm durch Neuanschaffungen ersetzt. Dieses Dreiergespann wird heute elektrisch geläutet. Die drei Glocken tragen die Namen Gerda, Benvenuto und Raffaelo. (ns)

Märkische Allgemeine vom 10. November 2009

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