SANIERUNG: Nicht ganz dicht

Der Sockel der Gnewikower Dorfkirche muss dringend repariert werden

GNEWIKOW - Möglichst noch in diesem Jahr soll die Gnewikower Kirche trockengelegt werden. Die Kirchengemeinde und der Förderverein wollen gemeinsam anfangen, den maroden Sockel des denkmalgeschützten Gebäudes zu sanieren. Das ist auch dringend nötig, an mehreren Stellen dringt bereits Wasser durch die alten Feldsteinmauern.

"Bei Regen wird es drinnen feucht und wir müssen dringend etwas tun, damit nicht noch mehr passiert", sagt Ute Feuerstack, eine der beiden Pastorinnen, die für Gnewikow und die umliegenden Gemeinden zuständig sind. Die Kirchengemeinde Karwe-Gnewikow hatte sich eigentlich vor Jahren schon von ihrem Haus in Gnewikow verabschiedet, schließlich hat sie noch die Kirche im benachbarten Karwe, die gerade erst saniert wurde und die für die Bedürfnisse der Gemeinde völlig ausreichend ist. Doch die Gnewikower wollten es nicht einfach aufgeben. Deshalb tut die Kirchengemeinde jetzt gemeinsam mit dem Förderverein alles, um das mehr als 400 Jahre alte Gebäude zu retten.

Vieles müsste saniert werden. In diesem Jahr hat die kleine Dorfkirche schon die Reparatur ihres Glockenstuhls hinter sich. Dadurch kann seit dem Wiesenfest im August wieder täglich zum Feierabend geläutet werden. Auch das Dach wurde vorläufig abgedichtet. Am dringendsten muss jetzt der Sockel saniert werden.

Wie teuer es wird, weiß die Kirchengemeinde nicht genau. Pfarrerin Ute Feuerstack schätzt die Kosten grob auf etwa 20 000 Euro. Der Förderverein kann 7000 Euro zur Verfügung stellen. Dafür soll auch das Geld verwendet werden, das die Bungalowgemeinschaft am Wochenende übergeben hat: 335 Euro, die bei einer eigens ausgerufenen Spendenaktion zusammengekommen waren (die MAZ berichtete). Das fehlende Geld kann die Kirchengemeinde von ihrem Baukonto bestreiten.

Der Termin für den Baubeginn steht noch nicht fest. Ein Architekturbüro aus Berlin, das die Sanierung begleitet, bereitet gerade die Vergabe vor. Eine Liste von Bauunternehmen, die für das Vorhaben infrage kommen, gibt es bereits. Auch Neuruppiner Firmen sind in der engeren Wahl.

"Wir hatten eigentlich gehofft, die Sockelsanierung schon im Herbst zu schaffen", sagt Fördervereinsvorsitzende Sieglinde Siebmann. Doch wie die Kirchengemeinde, rechnet sie für dieses Jahr höchstens mit den ersten Schritten. "Es hängt jetzt alles von der Witterung ab", bekräftigt Ute Feuerstack.

Für die Zeit nach den Reparaturen hat der Förderverein schon das nächste Ziel vor Augen: Es hat sich bereits ein Sponsor bereit erklärt, Geld für die Erneuerung der Turmspitze zu geben. Allerdings müsste dafür erst der gesamte Kirchturm saniert werden.

Das Geld für den Erhalt der Kirche bringt der Förderverein unter anderem mit Konzerten und Lesungen auf. Im kommenden Jahr soll die eigene Veranstaltungsreihe von Mai bis September fortgesetzt werden. Mit dabei ist zum Beispiel der Neuruppiner Lyriker Dirk Thierauf. Auch auf dem Erntefest der Neuruppiner Ortsteile, dessen Gastgeber Gnewikow im kommenden Jahr sein wird, will sich der Förderverein präsentieren. (Von Juliane Felsch)

Märkische Allgemeine vom 03. Nevember 2009

   Zur Artikelübersicht