KIRCHE: Gemeinsam für den Turm

Brüsenhagener wollen Förderverein gründen

BRÜSENHAGEN - Eine Vereinsgründung steht in Brüsenhagen bevor. Sie soll am kommenden Mittwoch um 18 Uhr bei Familie Obst stattfinden. Es handelt sich um einen Förderverein der evangelischen Kirchengemeinde. Die Gemeindeglieder haben dem Vorhaben nach einem Gottesdienst zugestimmt.

Der Förderverein will sich zunächst der weiteren Erhaltung des schifflosen Kirchturms stellen. Junge Männer wie Rouven Obst und Henry Wienke sind die Initiatoren. Sie haben eine Vision: Sie träumen davon, das in den 1970-er Jahren zusammengebrochene und 1978 abgerissene Kirchenschiff wieder aufzubauen.

Damals hatte die Kirche kein Geld, um dem Verfall Einhalt zu gebieten. In den Trümmern des Kirchenschiffes wuchs eine kleine Birke, die inzwischen Turmhöhe erreicht hat. Beim damaligen Abriss ließ man sie stehen. Seitdem gilt sie als "Baum der Hoffnung".

"Jetzt treibt uns die Idee um, mit einer weiteren Restaurierung des Kirchturms diesen langfristig zu erhalten und sogar noch mehr daraus zu machen", so Obst. Mut macht ihm und anderen, dass es in der Region schon Fördervereine gibt, die sich für die Sanierung der Kirchen mit Eigenleistungen und Fördermitteln engagieren.

Und es gab auch in Brüsenhagen immer Menschen, die sich für den Erhalt und die Nutzung des Kirchturms eingesetzt haben. Zu den Zeiten von Pfarrer Horst Ewerts entstand im Turm ein Gemeinderaum mit 24 Plätzen für Gottesdienste. Und vor rund vier Jahren gab es eine größere Sanierungsaktion mit überwiegend unentgeltlichen Leistungen am Turm. Gemeindeglieder, Brüsenhagener ohne Konfession, die Klopfholz GbR Vehlow, Spenden und Gelder aus dem Pfarrsprengel Kolrep machten das möglich. An der Spitze dieses damaligen Kraftaktes stand Konrad Esemann, der seinerzeit als der "Ballack von Brüsenhagen" bezeichnet wurde.

Nun gibt es wieder Männer und Frauen, die sich an die Spitze der gestellten Aufgabe stellen wollen. Zunächst sind sieben Gründungsmitglieder für den eingetragenen Verein nötig. Die Rede ist unter anderem vom Kirchenältesten Bodo Hörster und seiner Ehefrau Karena, von Rouven und Julia Obst, von Christine Huse, Henry Wienke und Pfarrersgattin Hannelore Scharnbeck. Spendensammlungen sollen durch Feste und Kulturveranstaltungen am Kirchturm unterstützt werden. Auftakt könnte ein Open-Air-Konzert 2010 sein. (hani)

Märkische Allgemeine vom 30. Oktober 2009

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