SANIERUNG: Der Kirche wird aufs Dach gestiegen

Außenfassade und Dach des Kleßener Gotteshauses werden erneuert

KLESSEN - Das Schloss mit seinen Nebengebäuden, die alte Schule und die Kirche geben als Ensemble der Kleßener Dorfmitte ihr Gepräge. In den 1990er Jahren kauften Hans-Jürgen Thiedig und seine Frau das Schloss und bewahrten es damit vor dem endgültigen Zerfall. Sie ließen das Schloss und das Nebengelass restaurieren. Mit Hilfe der Gemeinde und eines Fördervereins wurde auch die alte Schule einer Verschönerungskur unterzogen und beherbergt seit einigen Jahren ein Spielzeugmuseum. In diese erneuerte Dorfmitte wird sich zukünftig die Kirche noch harmonischer und schöner einfügen.

Mit einer Bauanlaufberatung wurde am Dienstag der Startschuss gegeben für die Außensanierung des Gotteshauses. Dazu ist die Kirche bereits mit einem Gerüst umstellt. Im November werden Bauarbeiter von der Fassade losen und beschädigten Putz entfernen und erneuern. Die gesamte Außenfassade wird anschließend mit einem Feinspachtel überzogen. Abschließend wird die Außenfassade in sandfarbigen Beigetönen mit rötlichen Streifen gestrichen. Die Fenster sollen mit einer leicht grünlichen Barockfarbe eingefasst werden. "So wird sich die Außenfassade der farblichen Gestaltung des Kircheninneren anpassen", sagt Bernd Cronjaeger vom Förderverein zum Erhalt der Kleßener Dorfkirche.

Die 410 Quadratmeter große Dachfläche wird neu eingedeckt. Dafür möchte man Dachsteine vom Typ "Biber" verwenden. Pfarrer Mathias Wohlfahrt, Mitglieder des Fördervereins und der Kirchengemeinde, Bauplaner Wolfram Schwelgin und Klaus Gottschalk vom gleichnamigen Baubetrieb waren sich einig, dass dieser Dachsteintyp sehr harmonisch in das Umfeld der Dorfmitte passt.

Wenn das Wetter mitspielt, könnten die Arbeiten noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. Kommt der Winter, wird es erst im kommenden Frühjahr etwas.

Für die Erneuerung der Kirchenfassade und des Daches sind rund 105 000 Euro notwendig. Das Landesamt für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung fördert das Vorhaben mit 63 Prozent. Die restlichen 37 Prozent bringen gemeinsam die Kirchengemeinde Kleßen, der Kirchenkreis Nauen-Rathenow und das Landeskonsistorium der evangelischen Kirche auf. (Von Norbert Stein)

Märkische Allgemeine vom 22. Oktober 2009

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