KIRCHE: Außen bald wieder schick

Fassade und Dach des Friesacker Gotteshauses werden saniert / Kosten: Mehr als 200 000 Euro

FRIESACK - Sie sehen aus wie offene Wunden, die die Zeit gerissen hat die freien Stellen an der Fassade der Friesacker Kirche. Dort hat der abgeblätterte und abgeschlagene Putz die alten Ziegel freigegeben. Doch diese Wunden hinterm Gerüst verschwinden zusehends. Mitarbeiter der Baufirma Malzahn verputzen derzeit die Fassade wieder. Die Arbeiten gehören zur Hüllensanierung, die der vor kurzem tödlich verunglückte Pfarrer Carsten Schmolke mit angeschoben hatte.

Das Besondere an dem Projekt: Vier der an dem Vorhaben beteiligten Firmen kommen aus der Umgebung. "Wir wollen zeigen, dass die heimischen Unternehmen zusammenarbeiten können", sagt Klaus Gottschalk, Chef der gleichnamigen Friesacker Baudenkmalfirma, der den Zuschlag für das Bauhauptgewerk erhalten hat. Er holte die Vietznitzer Zimmerei Döring ins Boot, die Baufirma Malzahn aus Wutzetz und Restaurator Matthias Beckmann. Alle sind Mitglieder der Innung des Bauhandwerks. Für Gottschalk auch eine Frage der Qualität.

Seit einigen Wochen arbeiten die Unternehmen nun gemeinsam am Gotteshaus, das im Krieg ausgebrannt und danach wieder aufgebaut worden war. Seither ist nicht viel passiert. Für mehr als 200 000 Euro wird die Kirche zumindest von außen her wieder schick gemacht.

In den nächsten Wochen werden weitere marode Ziegel, die durch Salzeinwirkung zerbröselt sind, ausgetauscht. Darüber hinaus kümmern sich die Bauleute um die zwölf Schallluken zwei werden neu angefertigt, zehn aufgearbeitet. Und auch die drei Außentüren der Kirche werden rekonstruiert.

Zudem sind die Außentreppen an der Süd- und Ostseite demontiert worden. Die Sandsteinstufen werden aufgearbeitet, ebenso wie das historische Geländer an der Ostseite. Die Dachkonstruktion ist im Wesentlichen intakt. Somit muss lediglich das Dach mit neuen Ziegeln gedeckt werden. Die Fassade erhält einen sandfarbenen Anstrich.

Finanziert wird das Vorhaben unter anderem mit Städtebaufördermitteln, außerdem geben Landeskirche und Kirchenkreis Geld dazu. Es werden aber auch noch weitere Sponsoren gesucht, da die Investitionssumme noch nicht ganz zusammen ist.

Auch Anneliese Krei, stellvertretende Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, hofft, dass weitere Spenden eintreffen. Zumal die Kirchengemeinde noch vor weiteren Aufgaben steht. Im Innenraum muss ebenfalls dringend etwas passieren, dort hat sich mit den Jahren der Fußboden abgesenkt. "Vorläufig haben wir dafür kein Geld, aber irgendwie werden wir das auch noch schaffen", sagt Anneliese Krei. (Von Andreas Kaatz)

Märkische Allgemeine vom 17. Oktober 2009

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