BAUARBEITEN: So wenig Neues wie möglich

Sanierung der Schönebecker Fachwerkkirche soll im November abgeschlossen sein

SCHÖNEBECK - Seit dem Frühsommer wird Schönebecks rund 350 Jahre alte Fachwerkkirche saniert. Im denkmalgeschützten Gotteshaus am Rande des Dorfangers gab es schon früher Sanierungsarbeiten, Reparaturen und Renovierungen.

Vor rund zwei Jahren bildete sich eine achtköpfige Initiativgruppe aus Kirchenmitgliedern und Konfessionslosen zur Erhaltung der dorfbildprägenden Kirche, in der neben Gottesdiensten auch andere Veranstaltungen stattfinden. Die Gruppe organisierte seit 2007 mit der Kirchengemeinde und Dorfbewohnern mehrere Veranstaltungen und Feste, deren Erlöse der Kirchensanierung zugute kamen.

In der rund 20 Seiten starken Konzeption der baubetreuenden Fachleute "Dr. Krekeler Generalplanungs- und Ingenieurgesellschaft mbH"werden in der Zusammenfassung folgende Sanierungsziele genannt. Konstruktive und statische Sanierung der Fachwerkwände und Fundamente am Kirchenschiff und -turm sowie die Sanierung des Dachtragwerks. Hauptauftragnehmer ist die Meyenburger Witte & Mattner Zimmerei- und Bautenschutz GmbH, die sich auf solche Arbeiten an Kirchen spezialisiert hat.

Bei der Sanierung von Denkmalschutzbauten gilt der Grundsatz: So viel wie möglich althistorische Substanz belassen bzw. überarbeiten, so wenig wie möglich neue fachgerechte Baustoffe verwenden. Aber besonders die Zimmererarbeiten nahmen ein unvorhersehbares Ausmaß an. Die Balkenschwellen am Fundament vom Kirchenschiff und die über dem Fundament des Turms mussten so gut wie komplett durch neues Eichenholz ersetzt werden. An einer Vielzahl von Stielfüßen wurde neues Kiefernholz angeblattet. Um die Holzsanierung zu ermöglichen, mussten aus den Gefachen, teilweise Ziergefache mit horizontaler, vertikaler und schräger Steinanordnung, die Mauerziegel zwischenzeitlich entfernt werden. Wenn alle Gefache wieder ausgemauert sind, ist Schlämm-Spezialputz in AltWeiß aufzubringen.

Im Kircheninneren wurden Kalkputzarbeiten auf dem Schilfrohrgeflecht durchgeführt. Der Kirchenturm wird wegen der Statik mit Stahlbändern gesichert. Auch die sechs von der Tischlerei Walter aus Fürstenberg restaurierten Spitzbogenfenster beiderseits des Kirchenschiffes sind wieder stabil und schön anzusehen. Und die älteren Schönebecker Kirchgänger freuen sich darüber, dass es die zwischenzeitlich entfernten zwei Fenster am Ostgiebel des Schiffes wieder gibt. Nach einer Bestandsaufnahme der Schäden in einzelnen Bereichen der Doppeldeckung wurde entschieden, dass das Dach komplett neu gedeckt wird, und zwar mit Kohlebranddachsteinen.

Und es gibt noch viel mehr in der Kirche zu tun. Wenn es wegen des Wetters nötig wäre, könnten jedoch die Malerarbeiten bis ins Frühjahr verschoben werden. Ansonsten sollen Ende November die Handwerker fertig sein. Danach kommen die Schönebecker Gemeindeglieder, über 40 an der Zahl, und andere Helfer wieder zum Zug. Schließlich muss die Kirche geputzt werden.

"Wenn wir Weihnachten wieder einen Gottesdienst in unserer Kirche feiern können, freuen wir uns", sagt die Kirchenälteste Renate Schulz aus Schönebeck. Als Beauftragte des Ortes für die Kirchensanierung zählt sie zu den Teilnehmern der wöchentlichen Baurapporte. Deshalb weiß sie auch, dass noch nicht klar ist, ob es bei den konzeptionell geschätzten 150 000 Euro für die Sanierung bleibt. "Aber mit Förderhilfen wird auch die finanzielle Aufgabe realisiert werden", hofft Renate Schulz. (Von Hajo Nitschke)

Märkische Allgemeine vom 17. Oktober 2009

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