WÜRDIGUNG: Glückliche Weltbeweger

Die Initiatorin der Kultur- und Kinderkirche Eichstädt, Gisela Semper, gestern geehrt

EICHSTÄDT - Jedes Mal, wenn bei einem Konzert alle Plätze in der Kirche besetzt sind, der Applaus für die Musiker nicht enden will, ist diese Begeisterung natürlich auch für das Engagement der Mitglieder des Förderkreises der Kultur- und Kinderkirche Eichstädt eine wunderbare Bestätigung. Doch Momente wie der gestrige Nachmittag, als mit der Ehrung durch die Berliner Stiftung Bürgermut das Konzept der "KuKi" und die Menschen dahinter offiziell gewürdigt wurden, sind dennoch etwas ganz Besonderes.

Eigens war Gisela Semper angereist, die heute als Kirchenmusikerin in Dresden-Trachau arbeitet. 2004 hatte sie, in dieser Funktion damals beim Kirchenkreis Oranienburg tätig, die Kultur- und Kinderkirche angestoßen. So wurde dieser Nachmittag vor allem einer der schönen Erinnerungen. Alle, erzählte Michaela Dingler, heute die stellvertretende Vorsitzende des Förderkreises, seien damals von Sempers Idee wie elektrisiert gewesen. Gisela Semper hatte für den 29. September 2004 Leute aus der gesamten Region nach Eichstädt eingeladen, um ihren Traum eines regionalen kirchenmusikalischen Zentrums vorzustellen, in dem es künftig Lernangebote für jedermann, Konzerte, Vorträge, Theater geben sollte. Als Gisela Semper zuvor die Kirche in Augenschein genommen hatte, gab es "nur eine spärliche Glühlampe über dem Eingang und gestapelte Kirchenbänke auf der Empore". Sie habe dann einfach gesungen und sofort gefühlt, "hier bist du richtig". Der Kirchenkreis sorgte mit 55 000 Euro für Heizung, Küche und Sanitärbereich. Heute finanziert der Förderkreis den Betrieb der Kirche durch seine Mitglieder, Spenden, Sponsoren, die Vermietung des Raumes für Familienfeiern. Allein 15 000 Euro konnten durch den Förderkreis in die Kirche investiert werden. Sichtbar gerührt dankte Schirmherrin Kara Huber der Initiatorin Gisela Semper, erinnerte auch an Skepsis, die anfangs dem Projekt entgegenschlug.

"Hier kann man sich wohlfühlen", zeigte sich Elmar Pieroth, Gründer der Stiftung Bürgermut, begeistert. Ein Projekt, das "verändert, motiviert und inspiriert" sei die KuKi, ein Vorbild für andere. Derweil er sprach, übte Musiklehrer Nico Lohmann auf der Empore über dem Altar mit Schülern das Flötenspiel. Besser lässt sich wohl kaum illustrieren, wie lebendig dieser Raum heute genutzt wird. (Von Karen Grunow)

Märkische Allgemeine vom 13. Oktober 2009

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