KIRCHE: Kooperation für die Kapelle

Temnitzqueller Gemeinderat setzt Signal: Unterstützung bei Darsikower Kirchenrettung zugesagt

DARSIKOW - Der Gemeinderat von Temnitzquell will die Rettung der kleinen, einsturzgefährdeten Darsikower Kirche unterstützen zumindest moralisch. Das sagte Bürgermeister Helmut Braun bei der jüngsten Gemeindesitzung.

Um den Verfall der denkmalgeschützten Kapelle zu verhindern, hatte die Darsikowerin Sibille Podorf das Haus vor einem Jahr übernommen und einen Förderverein gegründet (die MAZ berichtete). Ihre Ideen zum Erhalt der Kirche, die der damalige Gutsherr Carl Binder Anfang 1830 erbauen ließ, hatte sie den Gemeindevertretern vorgestellt. Mit Engagement, Spenden und Fördermitteln will der Verein Dach und Decke reparieren lassen, die zerstörten Bänke und Fenster wieder herrichten und Veranstaltungen im Kirchgarten organisieren.

"Wir wollen nicht, dass das Gebäude irgendwann als Ruine dasteht. Wir haben jetzt eine neue Straße, dann sollten wir auch ein schönes Dorf haben", sagte Sibille Podorf. Früher sei der Ortsteil Darsikow stiefmütterlich behandelt worden. "Es wäre schön, wenn die Gemeinde hinter unserem Vorhaben steht und uns den Rücken stärkt", so Sibille Podorf. "Das ist ein gutes Projekt", sagte Bürgermeister Braun. "Unsere finanziellen Möglichkeiten sind zwar beschränkt, aber wir versuchen jedes Jahr, unseren Vereinen zu helfen." Auch der Kirchenverein könne demnach mit der Unterstützung der Gemeinde rechnen genauso wie andere Vereine in Katerbow, Netzeband und Rägelin.

Vereinssprecherin Isolde Lange hofft, dass es gelingt, das Darsikower Kirchlein innerhalb weniger Jahre herzurichten: "Dann können wir dort vielleicht bald eine goldene Hochzeit feiern." Das Ehepaar Rietschel aus Rägelin hatte sich vor knapp fünf Jahrzehnten in der Darsikower Kapelle trauen lassen. "Das wäre doch schön, wenn die Feierstunde nun wieder in dieser Kirche stattfinden könnte", sagte Isolde Lange.

Die Rägelinerin geht davon aus, dass noch mehr Leute das Projekt unterstützen wollen. Bislang gehören dem Förderverein acht Mitglieder an.

Der frühere Rägeliner Ortschronist Werner Herzlieb hat dem Verein bereits historische Unterlagen zur Darsikower Geschichte überlassen. Die Vereinsmitglieder wollen nämlich einen Schaukasten vor der Kirche aufstellen, der mit altertümlichen und aktuellen Fotos auf das Rettungsprojekt hinweisen soll. "Wir suchen auch noch verschiedene Utensilien, die einst zur Kirche gehörten und im Laufe der Jahre abhandenkamen", sagte Isolde Lange. Sie sollen später im Kircheninnern gezeigt werden.

Wer den Förderverein zur Rettung der Darsikower Kirche unterstützen will, kann sich an Vereinssprecherin Isolde Lange in Rägelin wenden unter 033924/7 91 70. (Von Katharina Kastner)

Märkische Allgemeine vom 07. Oktober 2009

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