DENKMALSCHUTZ: Der lange Atem hat sich ausgezahlt

In Wassersuppe hat die Sanierung des Kirchturms begonnen

WASSERSUPPE - Zwölf engagierte Einwohner haben sich vor sieben Jahren zum Förderkreis für den Erhalt der Dorfkirche von Wassersuppe zusammengeschlossen. Seitdem organisieren sie unter Leitung von Karin von Heyking Konzerte und Benefiz-veranstaltungen. Einige tausend Euro haben sie schon eingenommen. Dazu sind Spenden gekommen. So hat man mittlerweile eine gute fünfstellige Summe zusammen und damit den Grundstock für die dringend notwendige Sanierung der über 270 Jahre alten Kirche.

Der lange Atem der Förderkreismitglieder zahlt sich nun aus. Wer nach Wassersuppe kommt, kann den Lohn für die Anstrengungen schon von Weitem sehen. Seit Anfang dieser Woche ist der Kirchturm von einem Gerüst umstellt, auf dem Bauarbeiter am Werk sind. Der Kirchturm wird saniert, damit wurde der erste von insgesamt vier geplanten Bauabschnitten zum Erhalt der Dorfkirche in Angriff genommen. In den nächsten Wochen wird nun das Fachwerkholz des Turmes ausgebessert und das Mauerwerk erneuert. Das Dach des Turmes wird mit neuen Schindeln gedeckt. 50 000 Euro sind dafür notwendig. Das Geld kann die Kirchengemeinde mit Hilfe einer Landesförderung, der Unterstützung des Kirchenkreises Nauen - Rathenow und ihres Förderkreises aufbringen. "Wir müssen mit der Sanierung von oben beginnen", erklärte Architekt Johannes Penzel beim Baustart. "Alles andere macht keinen Sinn. Deshalb fangen wir beim Kirchturm an. Die anderen, nicht minder wichtigen Sanierungsarbeiten müssen dann folgen." Auch wenn die Gesamtfinanzierung für den ersten Bauabschnitt gesichert ist, gibt es noch zwei Kleinigkeiten von Bedeutung.

Gewissermaßen als i-Tüpfelchen der Turmsanierung sollen auch Wetterfahne und Kugel erneuert werden. Dafür hofft Architekt Penzel nun zwei Sponsoren zu finden. Die Turmsanierung soll vor Wintereinbruch abgeschlossen werden.

"Gut, dass wir nun in Wassersuppe anfangen konnten", freut sich der Gemeindebürgermeister Ernst-Dietrich Wille über das Engagement der Einwohner für den Erhalt ihrer Kirchen: "In Hohennauen haben wir vor kurzem einen Förderkreis gegründet und auch in Witzke soll etwas passieren." Die Sanierung von Dach und Decke des Wassersupper Gotteshauses soll mit dem zweiten Bauabschnitt in Angriff genommen werden. Allein dafür sind noch einmal über 100 000 Euro notwendig. Ohne Fördergelder kann man in Wassersuppe diese Summe nicht aufbringen. Bewilligt ist für den zweiten Bauabschnitt noch nichts. So kann Johannes Penzel auch noch nicht sagen, wann es nach Abschluss der Turmarbeiten mit der Kirchensanierung weitergehen kann.

Für den dritten Bauabschnitt sieht das Gesamtkonzept die Stabilisierung der Fundamente und die Sanierung der Außenmauern vor. Beim vierten und letzten Bauabschnitt sind die Innenrenovierung und die Erneuerung der Orgel geplant. Für Bauabschnitt drei und vier werden insgesamt rund 130 000 Euro gebraucht. (Von Norbert Stein)

Märkische Allgemeine vom 02. Oktober 2009

   Zur Artikelübersicht