DENKMALSCHUTZ: Verträumtes Kleinod soll gerettet werden

Kirche in Darsikow hat neuen Eigentümer / Förderverein gegründet

DARSIKOW - Es ist ein idyllisches Fleckchen, auf dem die Darsikower Kirche steht schützend umrahmt von hohen Laubbäumen. Um den Verfall der fast 180 Jahre alten Kapelle aufzuhalten, hat sich in Darsikow jetzt ein Förderverein gegründet. Ihm gehören momentan acht Mitglieder aus Rägelin, Rossow und Darsikow an.

"Wir wollen das historische Gebäude für die Allgemeinheit retten", sagte die neue Eigentümerin Sibille Podorf auf der Gemeinderatssitzung am Montagabend in Netzeband. Die Frau aus Darsikow, die gegenüber der kleinen Kirche wohnt, hat das entweihte Haus vor einem Jahr übernommen. "Es ist total baufällig. Der Vorbesitzer hatte es verwahrlosen lassen und dort sogar Schrottautos abgestellt", sagte sie.

Der Förderverein will nun Spenden sammeln und Fördermittel beantragen, um das denkmalgeschützte Kleinod zu erhalten. Zerstörte Kirchenfenster, herausgerissene Bänke und eine am Boden liegende Kanzel "es gibt so viel zu tun", sagte Vereinssprecherin Isolde Lange. Das Dach müsste dringend repariert werden, um den inneren Verfall aufzuhalten. "Weil die Decke und das Dach so kaputt sind, haben unsere Männer schon Stützbalken aufgestellt, um einen Einsturz zu verhindern", sagte die Rägelinerin. In Arbeitseinsätzen haben die Vereinsmitglieder auch das Umfeld hergerichtet. Demnächst wollen sie noch eine Hecke pflanzen, um das Grundstück einzurahmen. Auch ein Schaukasten ist geplant, der mit historischen Fotos und Berichten aus der Dorfchronik über das Haus informieren soll. Schließlich würden im Sommer viele Radfahrer und Wanderer an der verträumten Kirche vorbeikommen, sagte Isolde Lange.

Mit dem Bau des Gotteshauses war Anfang 1830 begonnen worden. Über dem Portal steht noch heute geschrieben: "Der Andacht und Verehrung des Herrn geweiht von Carl Binder 1832." Der damalige Gutsherr hatte auch den Darsikower Friedhof angelegt, auf dem Mitarbeiter des Temnitzer Bauhofes im vergangenen Jahr die denkmalgeschützten Gittergräber zerstörten. Die Anlage war 2002 als kulturhistorisches Erbe unter Schutz gestellt worden als weitgehend unverändertes Zeugnis der damaligen Friedhofskultur. Inzwischen wurde der Schutzstatus aufgehoben. Das Amt Temnitz musste eine Ordnungsstrafe von 5000 Euro zahlen. (Von Katharina Kastner)

Märkische Allgemeine vom 30. September 2009

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