Turmuhr kehrt zurück

Vereinsmitglieder tragen einen störenden Erdhügel in Stavenow ab 
Vereinsmitglieder tragen einen störenden Erdhügel in Stavenow ab.
Barbara Haak

STAVENOW - Der Förderverein Stavenow hat die Seinen zum Arbeitseinsatz gerufen: Sie stutzen den üppig wuchernden Efeu auf dem Patronatsfriedhof in Form. Ein Erdhaufen wird ab- und damit die Böschung hinter dem Vereinshaus aufgefüllt. Rings um die Bushaltestelle muss Verblühtes weichen.

"Es ist eben ein ganz normaler Einsatz, wie er ab und an nötig ist, um Ordnung zu halten", sagt Vereinschef Reinhard Leber. Er ist dabei, den Weg zum Vereinsdomizil aufzufüllen. Das emsige Tun spielt sich rings um die Kirche ab. Deren Wiederaufbau stellt der Verein in den Mittelpunkt seines Engagements. Und so ist es kein Wunder, dass Leber sofort auf die Neuigkeit zu sprechen kommt, die es zu vermelden gibt.

"Seit einer Woche ist der Turm eingerüstet. Das hat die Gemeinde veranlasst. Sie lässt das Gesims in Ordnung bringen." Wie wichtig dieses Geldausgabe ist, ergibt sich aus den Erklärungen von Leber: Der Kirchturm, der seit einiger Zeit wieder durch ein Dach geschützt ist, verjüngt sich nach oben. Simse trennen die Geschosse. Wo es notwendig ist, wird das Holz erneuert. Zinkblech soll Feuchtigkeit am Eindringen in das Mauerwerk hindern.

Stavenow gehört zur Gemeinde Karstädt. Jahrelang hatten die Einwohner den Eindruck, ihr Ort sei vergessen worden. Jetzt klappe das Miteinander, sagt Leber. Er meint nicht allein das Engagement für das Gesims. Die Gemeinde gebe noch mehr Geld aus, so dass die Lamellen an den acht Schall fens tern hoch oben erneuert werden können. Die runden Fensteröffnungen an der Turmspitze werden verschlossen.

Nun fehlt noch die Glocke Eine richtig dicke Überraschung hat Leber noch parat: "Wir werden wieder eine Turmuhr haben." Dafür sorgt Vereinsmitglied Stavenow mit einer Spenden von 3100 Euro. Der Mann ist kein Hiesiger. Das Besondere am Stavenower Verein ist nämlich, dass zahlreiche seiner 146 Mitglieder in ganz Deutschland und sogar im Ausland leben. Häufig verbindet der Name, so wie im Fall dieses großzügigen Spenders, sie mit dem Örtchen in der Prignitz.

Dieser Tage will Reinhard Leber den Auftrag für den Zeitmesser auslösen. "Den eventuellen Kostenrest übernimmt der Verein." Und das nächste große Ziel ist schon ins Auge gefasst. "Jetzt suchen wir eine Glocke." Wo das ursprüngliche Geläut der Stavenower Kirche geblieben sei, wisse man nicht.

Zeitweise hing in Stavenow die Glocke aus Strehlen. Die kam zurück an ihren Heimatort. "Nun überlegen wir, wie wir kurzfristig eine Lösung finden", sagt Leber. Ideen, aber noch nicht ganz spruchreif, gebe es schon.

Der Prignitzer vom 28. September 2009

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