Kirchensanierung auf gutem Weg

Hermsdorf Die Hermsdorfer und besonders die 18 Mitglieder des Kirchbauvereins Evangelische Kirche Hermsdorf e.V. mit dem Vereinsvorsitzenden Reinhard Noack an der Spitze sind optimistisch: Die vorbereitenden Arbeiten für die Sanierung sowie die Herstellung des ursprünglichen Aussehens ihrer denkmalgeschützten Kirche laufen gut. Am heutigen Freitag bekommt der Verein den Förderpreis "Startkapital für Kirchen-Fördervereine" in Niederjesar (Landkreis Märkisch-Oderland) überreicht. Damit verbunden ist eine Zuwendung in Höhe von 2500 Euro.

Kirchensanierung auf gutem Weg 
Pfarrerin Christina Schwedusch führte durch die Kirche und erläutert den Altar.
Foto: B. Balzer

Bereits am Tag des offenen Denkmals vergangenen Sonntag waren mit dem Benefiz-Konzert des Ruhlander Männerchores weitere 1255 Euro auf das Spendenkonto 3070006166 für den Kirchturmbau eingezahlt worden. Die Ruhlander Sänger hatten die über 150 Zuhörer begeistert und bekamen u.a. für "Heilig, heilig, heilig" von Franz Schubert, für den Gefangenenchor aus Nabucco und für das Ave Maria, gesungen von Michael Zumpe, viel Applaus und viele großzügige, materielle Zuwendungen. "Ja, das Kirchendach muss unbedingt gemacht werden. Bei jedem kleinen Unwetter regnet es durch", erklärt Reinhard Noack vom Kirchbauverein. Zum Glück sei der Dachstuhl noch in Ordnung, Davon haben sich viele Besucher beim Besichtigungstermin mit eigenen Augen überzeugen können. Dass der Turm wieder aufgebaut werden muss, stehe auch fest. Zum Abschluss werde ein neuer Fassadenanstrich der Kirche das ihr zustehende Aussehen geben. "Rund 350 000 Euro wird alles kosten wir denken, dass die Förderanträge bestätigt werden. Dann könnten 2010 die ersten Gerüste stehen", ist Reinhard Noack hoffnungsvoll.

Über 10 000 Euro konnte sein Kirchbauverein seit seiner Gründung im Januar 2008 schon zusammensammeln. Darin enthalten sind auch die 1024 Euro vom Benefiz-Konzert des Gymnasiums Schwarzheide. Und nun kommen am heutigen Freitag noch 2500 Euro vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg e.V. dazu. Im März 2009 hatte sich der Kirchbauverein beim Förderkreis, dessen Schirmherrschaft Prof. Johanna Wanka (CDU) innehat, um ein Startgeld für Fördervereine, die denkmalsgeschützte Bauten in Berlin-Brandenburg wieder aufbauen, renovieren und instand setzen wollen und die sich besonders um Kirchengebäude bemühen, beworben. Dazu Prof. Marianne Fiedler vom Förderkreis: "23 Vereine aus Berlin-Brandenburg haben ihre Anträge gestellt und Hermsdorf ist als einer von fünf ausgewählt worden. Gebäude und Kirchturm müssen unbedingt gemacht werden. Ein Fremder weiß gar nicht, dass das hier eine Kirche ist. Ansonsten gefällt mir das Umfeld. Alles ist üppig bepflanzt und gut gepflegt."

Zum Tag des offenen Denkmals führten die Ruhlander Pfarrerin Christina Schwedusch und Reinhard Noack durch die spätmittelalterliche Kirche. Nach der kleinen Andacht zum Thema "Danken" vermittelte Christina Schwedusch Wissenswertes zum Kanzelaltar und zu den Grabsteinen von Johann Ehrenreich von Gersdorff (1701 1754), Siegfried von Gersdorff (1627 - 1674) und Wolff Ernst von Gersdorff (1666 1714), deren Särge unter dem Altar eingemauert sein sollen. Sie erläuterte christliche Symbole auf den Grabsteinen: "So erinnert der Stern beim Geburtstermin an den Stern von Bethlehem bei der Geburt vom Herrn Jesus und das Kreuz beim Todestermin auch an den Tod vom Herrn Jesus. In der kirchlichen Symbolsprache ist der Hirsch an der Quelle immer ein Symbol für die nach Gott dürstende Seele. Also waren die von Gersdorff fromme Männer."

Mit Reinhard Noack kletterten die Besucher auf den Dachboden und in die beiden Patronatslogen, die der Kirche im 18. Jahrhundert den kreuzförmigen Grundriss gaben. "Es wäre schön, wenn hier was entsteht. Ein Kirchturm mit Uhr und Glocken wäre hier genau das Richtige", brachte es Sabine Köhler auf den Punkt. Die Hermsdorfer stehen dahinter. Sie backten leckere Torten und kochten Kaffee, schmierten Fettschnitten und zapften Bier - alles für ihren Kirchturm.

Marina Balzer

Lausitzer Rundschau vom 18. September 2009

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