DENKMAL: Nutzungsvertrag soll Zukunft ebnen

Vereinbarung könnte Mansfelder Kirche retten

MANSFELD - Befände sich nicht das Kreuz auf dem Dach, sähe die Kirche in Mansfeld (Stadt Putlitz) eher nach einer Scheune denn einem Gotteshaus aus. Marode und schimmelige, zum Teil lose Holzbalken, dazu aus den Fachwerknischen bröckelnder Putz sowie abblätternde Farbe bestimmen das äußere und innere Bild des schlichten Fachwerkhauses ohne Turm, das 1651 gebaut wurde. Für Gottesdienste wird es schon lange nicht mehr genutzt. Die letzten Reparaturarbeiten an der Kirche fanden 1931 statt. Eine erneute Instandsetzung ist dringend nötig. Doch dafür fehlen die Mittel und ein nachhaltiges Nutzungskonzept.

Der Gottfried-Benn-Förderkreis Mansfeld würde gerne helfen. Ihm liegt die Kirche, die im Leben Benns eine große Rolle spielte und damit im kulturellen Bereich zu den bedeutungsvollsten Prignitzer Gebäuden zählt, sehr am Herzen. Er bemüht sich, den Kirchenraum neben der Dauerausstellung zum Wirken des Dichters Benn mit kulturellen Veranstaltungen mit Leben zu füllen. Doch dem Förderkreis seien die Hände gebunden, sagt Christian Tanneberger, Ortsvorsteher und selbst Mitwirkender: Ohne einen Nutzungsvertrag zwischen der Kirchengemeinde Mertensdorf, zu der Mansfeld gehört, und dem Förderkreis könne dieser nicht handeln. Derzeit existiere nur eine mündliche Abmachung.

Im Falle einer schriftlichen Vereinbarung hätte der Förderkreis mehr Spielraum, um sich um den Erhalt der Kirche zu kümmern und Förderanträge etwa auch beim Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg zu stellen. Dieser wiederum sei laut Bernd Janowski, dem Geschäftsführer des Berliner Förderkreises, sogar sehr an der Rettung der Kirche interessiert. Im vorigen Mai kürte der Kreis das Mansfelder Gotteshaus schließlich zur "Kirche des Monats", um die Öffentlichkeit mehr auf die Kirche aufmerksam zu machen. Sie hätte laut Janowski zumindest "große Chancen" auf Förderung. "Bis jetzt ist aber noch kein Antrag eingegangen", sagt er.

Laut Volkhart Spitzner, Putlitzer Pfarrer und Vorsitzender der Kirchengemeinde Mertensdorf, gebe es leider angesichts anderer Aufgaben derzeit keine Kapazitäten, sich auch um Mansfeld zu kümmern. So liegt es bei den Leuten vor Ort und damit dem Benn-Förderkreis. Christian Tanneberger, von Beruf Zimmermann, hat vor kurzem bereits den Glockenturm gesichert. Die Verschalung an der Westseite der Kirche würde er am liebsten "herunterreißen", sagt er. "Die Denkmalschutzbehörde stellt sich allerdings dagegen."

Am 19. September wollen sich Kirchengemeinde und Förderkreis nun zusammensetzen und eine Nutzungsvereinbarung erarbeiten. Pfarrer Spitzner: "Ich denke, wir werden zu einer Einigung kommen." (Von Susann Matschewski)

Märkische Allgemeine vom 09. September 2009

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