Hermsdorfer wollen Kirchturm wieder läuten hören

Hermsdorf Eine Kirche ohne Turm ist irgendwie unvollendet. Das finden nicht nur Pfarrerin Christina Schwedusch und der Vorsitzende des Kirchbauvereins, Reinhard Noack, sondern alle Einwohner aus Hermsdorf und Lipsa. Seit Jahren bemühen sich die Kommune und die Kirchengemeinde, einen neuen Glockenturm auf das Dach des Hermsdorfer Gotteshauses zu bekommen. Jetzt sind erste Erfolge zu vermelden.

Hermsdorfer wollen Kirchturm wieder läuten hören 
Seit über 20 Jahren hat die Hermsdorfer Kirche keinen Glockenturm mehr. Pfarrerin Christina Schwedusch (l.) und Reinhard Noack machen sich für einen neuen Turm stark.
Foto: Steffen Rasche

Seit kurzem liegt dem Hermsdorfer Kirchbauverein eine Machbarkeitsstudie zum Turm-Projekt vor. "Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen", sagt Reinhard Noack. Die Gutachter und Bauexperten haben dem Kirchengebäude im Kern ein spätmittelalterlicher Feldsteinbau - eine ausreichende Statik bescheinigt, die einen originalgetreuen Wiederaufbau des einstigen Glockenturmes zulässt. Denn viele Jahrhunderte lang hatte die Hermsdorfer Kirche einen stolzen Dachturm mit barockem Aufsatz. Die Kirchenspitze war weithin zu sehen für alle, die aus Lipsa, Jannowitz oder Ruhland in den Ort kamen. Im Jahr 1987 musste der Turm allerdings abgerissen werden, weil er baufällig war. Geld für eine Sanierung war damals nicht da.

Nun will der vor zwei Jahren gegründete Kirchbauverein das Geld für die Wiedererrichtung des Glockenturms und für die ebenfalls dringende Dach- und Fassadensanierung zusammentragen. "Insgesamt werden 300 000 Euro dafür benötigt", nennt Pfarrerin Christina Schwedusch die von den Gutachtern ermittelte Summe. Ein Förderantrag werde gestellt, in den alle Hoffnungen Hermsdorfer Christen gesetzt sind.

Parallel dazu wird auch der Kirchbauverein all seine Aktivitäten zum Sammeln von Spendengeldern fortsetzen. Es soll weiterhin Konzerte und heimatkundliche Vorträge in der Kirche geben. Schon zum Tag des offenen Denkmals am 13. September sind die nächsten Aktionen geplant. "Wir werden an diesem Tag nach einer kurzen Andacht ab 14.30 Uhr Kirchenführungen anbieten. Dann können Besucher auch die sonst nicht zugänglichen Patronatslogen und den Dachstuhl besichtigen", stellt Reinhard Noack in Aussicht. Um 17 Uhr gestaltet der Männergesangverein 1846 Ruhland ein Benefizkonzert für das Gotteshaus.

Die Hermsdorfer sind jedenfalls guten Mutes, eines Tages wieder die noch vorhandenen originalen Glocken in einem Turmaufbau läuten zu hören.

Von Catrin Würz

Lausitzer Rundschau vom 05. September 2009

   Zur Artikelübersicht