RESTAURATION: Alt Krüssows Kirche wird bald saniert

Gespräche über Bauprojekt

ALT KRÜSSOW - Über ein Restaurations- und Nutzungskonzept für die alte Wallfahrtskirche im Pritzwalker Ortsteil Alt Krüssow sprachen am Donnerstag unter anderem Thomas Hellriegel, Pfarrer in Heiligengrabe, Ortrud Effenberger, Sachgebietsleiterin Denkmalschutz sowie Uwe Dummer, Vorsitzender des Fördervereins Wallfahrtkirche Alt Krüssow. "Wir wünschen uns, dass die Kirche in spätestens 20 Jahren in ihrer Gänze fertig ist", sagte Hellriegel. Ob dieser Wunsch in Erfüllung geht, ist derzeit allerdings noch nicht abzusehen.

Noch sind die Voruntersuchungen, die Voraussetzung für weitere Schritte zur Restauration sind, nicht abgeschlossen. Grabungstechniker Raik Vocke ist derzeit mit einer Niveauermittlung beschäftigt. Dabei untersucht er, wie weit in die Erde vor der Kirche gegraben werden kann, ohne dass der darunter liegende alte Friedhof zerstört wird. Der Diplomrestaurator Jochen Hochsieder legte zuvor die Farbschichten im Kircheninneren frei. Einige davon sind noch aus dem 16., der Großteil jedoch stammt aus dem 19. Jahrhundert, als die Kirchenwände letztmalig übermalt wurden. Darauf aufbauend wird der Kunsthistoriker Dirk Schumann dokumentieren, wie die Kirche bauhistorisch begonnen hat. "Unser erstes Ziel ist es, Art und Umfang der Restaurationsarbeiten zu bestimmen", erklärte Thomas Hellriegel. Entschieden werden müsse etwa, ob die Ausmalungen aus dem 16. oder die aus dem 19. Jahrhundert wiederhergestellt werden sollen oder zu welchem Zweck die Nordkapelle künftig genutzt werden könnte. Erst wenn ein Gesamtkonzept stehe, könne es dem zuständigen Planungsbüro IBS in Auftrag gegeben und anschließend ein Förderprogramm erschlossen werden.

Derweil ist die Sanierung des Ostgiebels, ein in sich geschlossener Bauabschnitt, fast beendet. Wahrscheinlich im November soll die 50 000 Euro teure Erneuerung fertig sein. (Von Susann Matschewski)

Märkische Allgemeine vom 05. September 2009

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