Turmsanierung genießt Priorität

Guben Die Sanierung des Turmes soll in den kommenden Monaten und Jahren im Mittelpunkt des Wiederaufbaus der ehemaligen Gubener Stadt- und Hauptkirche stehen. "Die Arbeiten sollten möglichst im nächsten Jahr, passend zur 775-Jahr-Feier der Stadt, beginnen. Für die Realisierung rechnen wir mit einem Zeitraum von 18 bis 24 Monaten", sagt Günter Quiel vom Gubener Förderverein für den Wiederaufbau.

Turmsanierung genießt Priorität 
Die Sanierung des Turmes der einstigen Stadt- und Hauptkirche soll im Mittelpunkt des Wiederaufbaus stehen.
Archivfoto: FOTO-Werner

Finanziert werden solle die Turmsanierung in erster Linie über Fördermittel der Europäischen Union. Ein entsprechender Antrag über rund 1,3 Millionen Euro werde voraussichtlich noch in diesem Jahr von der polnischen Seite gestellt. Hilfe bei der Antragstellung werde die Internationale Bauausstellung "Fürst-Pückler-Land" leisten. Schwerpunkt der Vereinsarbeit sei es, die notwendigen Eigenmittel in Höhe von rund 200 000 Euro.

Erste Gedanken über die Art und Weise der Sanierung mache sich derzeit ein Architekt aus Wrocaw (Breslau). Neben der Wiederherstellung der Treppen sei die Gestaltung von Zwischenebenen denkbar. "Dort könnte beispielsweise die Geschichte der Stadt dargestellt werden", so Quiel. Auch über den Einbau eines Aufzuges im rund 70 Meter hohen Turm werde nachgedacht. "Ich hoffe, dass wir dort jetzt nicht eine besondere Art von Fledermaus oder eine andere biologische Besonderheit finden."

Parallel dazu soll laut Quiel die Bausicherung im Kirchenschiff vorangetrieben werden. Auch dafür würden Fördermittel benötigt, die eventuell beim polnischen Kultusministerium beantragt werden sollen. Ziel sei es, das Schiff möglichst schnell nutzbar zu machen. Bereits am 2. Oktober soll im Inneren eine Veranstaltung stattfinden. Unter dem Titel "Border Speaking" wird, so Quiel, zunächst ein gut einstündiger Dokumentarfilm über das Leben in Orten an der ehemaligen Schengen-Grenze gezeigt. Anschließend können die Bewohner beider Städte über ihre Eindrücke zu dem Gesehenen diskutieren.

Für den 19. Dezember wird zudem das zweite deutsch-polnische Begegnungsfest vorbereitet, sagt Quiel. Es soll unter anderem ein gemeinsames Programm von Gubener und Gubiner Kindertagesstätten und das gemeinsame Musizieren von Polen und Deutschen beinhalten. Auch ein kleiner Markt solle das Fest bereichern.

Von Thomas Engelhardt

Lausitzer Rundschau vom 04. September 2009

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