VEREIN: Noch nicht alles unter Dach und Fach

Handwerker sind schon am Werk / Freundeskreis Friedenskirche Wildau will Finanzierungslücke schließen

WILDAU - Glück gehabt gestern. Die neue Dachhaut hielt dem Regen stand. Bevor das Wetter noch schlechter wird, soll alles richtig dicht sein.

"Das Dach muss bis zum 12. Oktober fertig sein", sagt Dieter Ziegler vom Freundeskreis Friedenskirche Wildau. Dessen Mitglieder sammeln seit Monaten Spenden für die Sanierung (MAZ berichtete).

Mit gebrannten Biberschwanz-Ziegeln ließ Baumeister Georg Büttner die Friedenskirche 1911 decken. 70 Jahre später wurde ein Betondach aufgebracht. Diese Last will die Kirchengemeinde ihrem Gotteshaus nun nehmen. Einerseits kommen die geschichtlich passenden Biberschwänze wieder rauf. Andererseits wird verhindert, dass Schnee oder Regenwasser auf unsichtbaren Wegen eindringen und feuchte Stellen verursachen.

Den Auftrag für das 100 000-Euro-Projekt vergab der Kirchenkreis Neukölln an die Vetschauer Firma Schandog. Deren Mitarbeiter deckten kürzlich 12 600 Betonziegel ab. Anschließend kamen Folie und Latten auf die 630 Quadratmeter große Fläche rauf. Ende nächster Woche legen die Dachdecker los.

Gleichzeitig werden beschädigte Putzflächen an der Fassade ausgebessert. "Das macht Sinn, wenn die Kirche schon mal eingerüstet ist", sagt Stephan Härtel. Er findet es gut, dass sich der Freundeskreis so für die Dachsanierung einsetzt. Beispielsweise kümmerten sich der Vorsitzende Christian Ritter und die ehemalige Wildauer Bauamtsleiterin Urte Verlohren um die Planung für das Projekt. Gemeinsam werben alle Mitglieder um Spenden.

"Wir brauchen noch rund 15 000 Euro", sagt Christian Ritter. Ein Grund dafür ist, dass die Gemeinde 40 000 Euro für die Dachsanierung beim Kirchenkreis Neukölln beantragt, aber nur 27 500 Euro erhalten hatte.

Um die Finanzierungslücke zu schließen, wirbt der Freundeskreis weiter. Morgen am "Tag der Vereine" betreuen Grit Drewanz und Stephan Härtel einen Stand am "Wildorado". Hier bieten sie von 14 bis 18 Uhr Butterkekse in Form einer Kirche an. Weiter kann jeder einen symbolisch kleinen Ziegel für das große Kirchendach erwerben. (pe)

Märkische Allgemeine vom 04. September 2009

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