SANIERUNG: Originalgetreu restauriert

Form- und Feldsteine werden in Königsberger Kirche verbaut

KÖNIGSBERG - Wie auf wundersame Weise sind die bis zu 60 Zentimeter breiten Risse in der Königsberger Kirche (Ostprignitz-Ruppin) verschwunden. Selbst am Putz lassen sich die Stellen nicht mehr ausmachen. "Nachdem wir die Spiralanker ins Mauerwerk verlegten, haben wir die Risse mit Otterbeiner Kalk und Feldsteinen verschlossen. Für derartige Arbeiten haben wir immer Steine parat, die gezielt verbaut werden", sagt Bernd Liniek von der "Friesacker Baudenkmalpflege Klaus Gottschalk".

Der Kalk hat mehre Aufgaben. Er wird sehr hart ohne aus der Wand zu bröckeln, und er hat die richtige Farbe. "Dem Kalk geben wir noch Rundsplitt in mehreren Körnungen bei. Bei natürlicher Verwitterung kommen die Steinchen allmählich zum Vorschein. So verschwindet der Unterschied zwischen sanierten Stellen und dem übrigen Teil der Kirche", erklärt Liniek. Allerdings stelle sich das Ergebnis erst nach Jahren ein. Denn der frische Kalk wird glatt aufgetragen. Das geschieht schichtenweise, damit der Kalk nicht herausfällt. Der Baustoff muss sich mit dem übrigen Material verbinden. Solche Arbeiten erledigt man nicht auf die Schnelle. Dafür sei Zeit und Geduld nötig, betont der Denkmalpfleger. Auch die drei Pfeiler am Ostgiebel mussten restauriert werden. Ziegelsteine im Klosterformat wurden dafür jetzt in Glindow nachgefertigt. Das Giebelfenster wäre fast eingestürzt. Maßgefertigte Formsteine bringen den inzwischen restaurierten Bereich wieder voll zur Geltung.

Im Innern, hinter dem Altar, kamen Risse zum Vorschein. Das Baudenkmalpflegeteam legte dort sofort und besonders behutsam Hand an. Durch dünne Schläuche spritzte es Kalk in die Risse und hinter den losen Putz, um den historischen Zustand zu erhalten. "Wir wissen ja nicht, ob sich dahinter sogar ein Wandbild befindet. So bleibt es jedenfalls erhalten", sagt Bernd Liniek. (Von Madlen Wirtz)

Märkische Allgemeine vom 02. September 2009

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