DENKMAL: Frischzellenkur für Bücknitzer Kirche

Sanierung wird teurer als geplant

BÜCKNITZ - Die Sanierung der Bücknitzer Kirche beginnt demnächst. Noch in diesem Jahr werde der Turm samt Haube in Ordnung gebracht, kündigte Sebastian Stedfeldt vom Planungsbüro IBS an. 2010 seien das Kirchenschiff und die Apsis an der Reihe.

Bereits jetzt zeichne sich ab, dass die Baukosten den ursprünglich gesetzten Rahmen sprengen werden, sagte Stedfeldt. Basis für die Kalkulation war eine Kostenschätzung aus dem Jahre 2006. Damals war man von gut 184 000 Euro ausgegangen. Auf dieser Grundlage habe das Land aus Mitteln der Integrierten ländlichen Entwicklung einen Zuschuss von gut 116 000 Euro bewilligt. Den Rest trägt die Kommune mit Unterstützung der Unteren Denkmalbehörde und des Bücknitzer Fördervereins. Stedfeldt bezifferte die Steigerung mit etwa 26 000 Euro. Der Grund: "Die Preise sind seit 2006 deutlich angestiegen." Außerdem hätten die betreffenden Handwerksbetriebe volle Auftragsbücher und müssten sich mit den Angeboten nicht gegenseitig unterbieten.

So war die Freude der Bücknitzer gestern nicht ungetrübt. "Natürlich sind wir erst einmal froh, dass es endlich losgeht", sagt Kirchenälteste Petra Busse und hofft auf Ideen und Hilfe, um die Mehrkosten zu verkraften. Ortsvorsteher Martin Voigt ist zuversichtlich, "dass es gelingt". Für ihn gehört die Kirche zum Dorf und sollte entsprechend gut behandelt werden. Siglinde Wendt hatte sich als Mitglied des Kreiskirchenrates erstmals 1991 dafür stark gemacht, dass das Bücknitzer Gotteshaus saniert wird. Doch es sollte noch zehn weitere Jahre dauern, "bis die intensiven Bemühungen eingesetzt haben". (ei)

Sinnvoll investiert

Heiko Hesse über den baldigen Beginn der Sanierungsarbeiten an der Bücknitzer Kirche

Bücknitz hat es gut. Ein sehr aktiver Förderverein organisiert seit Jahren eine beliebte Sommerkonzertreihe. So erklingen am morgigen Samstag rasante Rhythmen aus Indien in dem kleinen Gotteshaus. Einst war der Förderverein angetreten, mit den Konzerten Spenden für die Kirchensanierung zu sammeln. Das macht der Verein auch weiterhin. Inzwischen aber hat er bewiesen, wie wertvoll seine Arbeit für die Menschen auf dem Land ist. Dass nun Fördergeld aus Mitteln der Integrierten ländlichen Entwicklung fließt, passt wie der Deckel auf den Topf. Das öffentliche Geld leistet an dieser Stelle seinen Beitrag, einen Veranstaltungsort zu erhalten, eine feste Adresse für gute Kultur auf dem Lande. In Bücknitz brauchen viele verschiedene Leute die Kirche. Da sind selbstverständlich zuerst die Christen, die Gottesdienst in einem würdigen Haus des Herrn feiern möchten. Dann kommen die Bücknitzer, die wenig Bezug zur Institution Kirche haben, sich aber kein Leben ohne ihre Kirche im Dorf vorstellen können. Schließlich erkennt man schon von weitem, wo das Zentrum des Ortes ist. Dank des Fördervereins gibt es nun auch etliche Menschen, die einen Kulturort vermissen würden, müsste die Bücknitzer Kirche schließen. Hier ist jeder Cent sinnvoll investiert.

Märkische Allgemeine vom 28. August 2009

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