Restauratoren in der Riedebecker Dorfkirche

Riedebeck Stück für Stück klopft Olaf Zeidler auf den Putz an der Westwand in der Riedebecker Kirche. Wenn es hohl klingt, ist es Zeichen dafür, dass sich der Putz vom Mauerwerk gelöst hat. Der Berliner Restaurator lokalisiert einen Bereich, bohrt ein kleines Loch in die Wand und drückt mit einer Spritze eine durchsichtige, flüssige Masse hinein. Diese füllt den Hohlraum aus und sorgt dafür, dass Mauerwerk und Putzschichten vergangener Jahrhunderte wieder miteinander verbunden sind.

 

Seit Anfang Juli haben vier Restauratoren aus Berlin an der Nord-, Süd- und Westwand des Schiffes der Kirche die mittelalterlichen Putze konserviert und Risse geschlossen. Zudem wurden alle Wände nochmals auf Malereien unter den Farbanstrichen untersucht. "An der Nordwand haben wir eine Wappendarstellung gefunden und Teile davon freigelegt", erläutert Judith Kauffeldt, die mit Sonia Cardenas, Olaf Zeidler und Michael Hirschfeld in der Kirche arbeitet. Ebenso haben die Fachleute die Ostwand vor der Apsis von Staubablagerungen und Verschmutzungen gereinigt und die Weihekreuze saniert. Eine neue Farbfassung wird von einem regionalen Malerbetrieb in dieser Woche aufgebracht und lässt die Spuren des Regenwassers, das jahrelang durch das undichte Dach ins Innere des Kirchenschiffs lief, verschwinden. "Wenn die Gemeinde ihre Kirche nach den Arbeiten wieder betritt, wird sie hier helle Wände ohne Regenwasser-Streifen vorfinden", so Judith Kauffeldt.

Dach war Knackpunkt

Mit der aufwendigen Wandsanierung beginnen die umfangreichen Restaurations- und Sanierungsarbeiten in der Riedebecker Kirche. Mindestens 40 Jahre lang sei deren Dach undicht gewesen, bis es Mitte der 1990er-Jahre endlich geschlossen wurde, erläutert Annegret Gehrmann, Vorsitzende des Förderkreises Alte Kirchen der Luckauer Niederlausitz. In den vielen Jahren drang nicht nur ständig Regenwasser ein, auch der Schwamm zog die großflächigen Gemälde in Schiff, Chor und Apsis in Mitleidenschaft. Lange habe es keine Möglichkeit gegeben, die Sanierung der Kirche in Angriff zu nehmen, so Annegret Gehrmann. "Wir haben in der Kirchengemeinde und über den Förderkreis Spenden gesammelt. Die VR-Bank Lausitz unterstützte unser Vorhaben mit einer Spende von 3000 Euro", sagt sie. Insgesamt 39 000 Euro stünden in diesem Jahr für die Arbeiten im Gotteshaus zur Verfügung. An der Finanzierung beteiligten sich auch der Kirchenkreis Lübben und die Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Dahme-Spreewald, so die Fördervereinsvorsitzende. Mit dem Landesamt für Denkmalpflege seien die Arbeiten im Kirchenschiff vorbereitet worden.

Tatkräftige Hilfe

Kosten für die Rüstung musste die Gemeinde nicht aufbringen. Denn die Kirchengemeinde Walddrehna, mit der sich Riedebeck und Bornsdorf im Jahr 2001 zusammenschlossen, hat ein eigenes Gerüst. "Die Gemeindemitglieder haben es in der Kirche aufgestellt und auch regelmäßig umgesetzt", sagt Annegret Gehrmann. Alle hofften, dass diesem ersten Abschnitt in den nächsten Jahren weitere folgen können, ergänzt sie.

Von Birgit Keilbach

Lausitzer Rundschau vom 12. August 2009

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