Auf den Spuren der Pilger

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Werbung fürs Wandern: Otto Edel erläutert Gästen im Feldsteinsaal des Turms der Stadtkirche die Ausstellung zu den Jakobswegen in der Region.

Altlandsberg (ufo) Otto Edel musste sich am Sonnabend mit seinen Erläuterungen etwas zurückhalten. Er hatte im Freundeskreis der evangelischen Kirchengemeinde die Aufgabe übernommen, in die neue Ausstellung in der Stadtkirche zum Jakobsweg in Ostbrandenburg einzuführen und Interessierten den Turm mit Glocken und Uhrwerk sowie den Dachraum über dem Kirchenschiff zu zeigen. Aufgrund des eine Stunde nach der Eröffnung angesetzten Konzerts mit den Maxim Kowalew Don Kosaken, zu dem die Kirche wieder gut gefüllt war, war sein Zeitfonds eng bemessen.

Edel erinnerte daran, dass die 24 großen Schautafeln die Ergebnisse von Recherchen von Viadrina-Studenten sind, die die Wege der Pilger von Osteuropa bis zum eigentlichen Jakobsweg erforscht hatten. Als am weitesten vom Ziel entfernter Startort sei Riga überliefert. Da die Oder nur an der Ostseeküste und in Frankfurt überquert werden konnte, seien die Pilger hierzulande alten Handelswegen gefolgt, zum Beispiel über Müncheberg. Von dort hätten die Studenten zwei Wege dokumentiert, einen Richtung Bernau und einen Richtung Berlin-Köpenick. Der nördliche durchquere in Wesendahl auch Altlandsberger Gebiet - ein Grund, die Schau in die hiesige Stadtkirche zu holen.

Mit dem spanischen Sprichwort "Der Weg beginnt vor der Haustür" lud Edel die Gäste ein, sich selbst einmal auf touristische Entdeckungsreise zu begeben. Gudrun Götzinger kann sich vorstellen, das auch zu tun. "Aber eher hier in der Gegend, in Spanien ist es mir zu gefährlich", sagte sie nach der Lektüre des bekannten Hape-Kerkeling-Buches über die Pilgertour.

Bis auf Weiteres ist die Ausstellung Montag bis Sonntag jeweils 14 bis 18 Uhr zu sehen. Außerhalb dieser Zeiten ist das nach Anmeldung im Pfarrbüro, Berliner Straße (gegenüber der Stadtkirche) möglich.

Stichwort: Jakobsweg

Als Jakobsweg wird der Pilgerweg zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Spanien bezeichnet. Die aus der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts stammende Route in Nordspanien reicht von den Pyrenäen zum Jakobsgrab.

Märkische Oderzeitung vom 03. August 2009

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