DENKMALSCHUTZ: Die Kirche bleibt vorerst kalt

Sanierung des Buchow-Karpzower Gotteshauses geht weiter / Geld für Heizung fehlt 2009

Sanierung des Buchow-Karpzower Gotteshauses geht weiter 

BUCHOW-KARPZOW - Die Kirche bleibt in diesem Jahr kalt. Der Kauf einer Sitzheizung für das Buchow-Karpzower Gotteshaus wurde gestrichen. Darüber ist Harald Schöne, der Chef des Gemeindekirchenrates, nicht glücklich. Aber es schien das kleinste Übel, vorerst auf beheizbare Kissen für die Bänke zu verzichten, nachdem die Volksvertreter der weltlichen Gemeinde Wustermark nur 10 000 Euro Zuschuss für die Kirche locker gemacht hatten. Das Doppelte war beantragt gewesen. Die Mehrheit der Kommunalpolitiker sah jedoch wegen des Millionendefizits im kommunalen Säckel dringendere Aufgaben als die freiwillige Sanierung einer Dorfkirche. Nicht so Schöne: "Das ist Aufgabe einer Gemeinde auch in schwieriger Haushaltslage. Hier geht es schließlich um Denkmalschutz und darum, den Mittelpunkt des Dorfes zu erhalten", findet er. Schöne ist selbst Gemeindevertreter für die Wustermarker Wählergemeinschaft und Ortsvorsteher von Buchow-Karpzow.

Die Heizung auf den Bänken wäre das i-Tüpfelchen der mehrjährigen Kirchensanierung gewesen. Auf alle Fälle sei sie mit 8500 Euro billiger als andere Öfen, sagt Schöne. Man kann sie abschnittsweise anschalten. Das Prinzip: Kommen nur wenige Gottesdienstbesucher, werden auch nur wenige Bänke beheizt. Nun ja, der Kauf ist verschoben, genauso wie der Bau einer Schräge für Rollstuhlfahrer am Seiteneingang für 1500 Euro.

Aber trotz der Einbuße kann die Sanierung der kleinen, feinen Dorfkirche, die im späten 18. Jahrhundert erbaut wurde, weitergehen. Nach Turm, Dach und Fassade kommt in diesem Jahr das Innere dran als dritter Abschnitt. Insgesamt sind dafür jetzt 50 000 Euro vorhanden 20 000 Euro vom Kirchenkreis Falkensee, 10 000 Euro von der evangelischen Kirchengemeinde Buchow-Karpzow, 10 000 Euro steuert der Kirchbauförderverein Buchow-Karpzow bei und eben 10 000 Euro die weltliche Gemeinde Wustermark.

Fachleute werden die Ziegel des Fußbodens teilweise erneuern und malern. Aber sie werden nicht einfach so drauflos pinseln. Auf Geheiß der Denkmalschützer wird sich erst eine Restauratorin die fleckigen Kirchenwände ansehen, Originalfarben aufspüren. "Auch das gesamte Gestühl wird aufgearbeitet", sagt Schöne. Er zeigt auf die grauen Kirchenbänke. "Die müssen gekürzt werden." Jetzt stehen sie nah an der Wand, die zum Teil feucht ist. Das ist nicht gut fürs Holz.

Harald Schöne betritt die Patronatsloge. Von dort hat er einen guten Blick auf die Orgel mit den beiden Engeln. So guckte einst auch die Familie von Bredow auf das Instrument. Das ist allerdings schon ein paar Tage her. Und die Loge ist im Moment nicht im besten Zustand. Wegen der Feuchte, die durch die Steine kriecht, wurden die Holzpaneele an der Wand abgenommen. Aber sie kommen wieder dran, wenn saniert ist.

Über die Jahre ist der Förderverein dabei schon ganz schön weit gekommen. "Wir haben uns im Jahr 2000 extra gegründet, weil wir die Kirche retten wollten", so Schöne. 40 000 Euro brachte der Verein selbst auf, zum großen Teil über Spenden, von der Familie von Bredow.

Bald ist das Gotteshaus baulich rundum erneuert. "Dann wollen wir die Außenanlagen neu gestalten, auch in Eigenleistung", kündigt Schöne an. Und eins ist klar: Im nächsten Jahr wird er wieder Geld beantragen in Wustermark. Für die Sitzheizung und den behindertengerechten Eingang. (Von Anke Fiebranz)

Märkische Allgemeine vom 25. Juli 2009

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