FÖRDERUNG: Damit die Glocken wieder läuten

Finanzen sind klar / Sanierung des Turm des Dorfkirche kann beginnen

SCHÖNFLIESS - Kleine Bäume haben ihre Wurzeln ins Mauerwerk getrieben und sind dabei, es zu zersetzen. Aber das ist nur der sichtbare Ausdruck des Zerfalls. Schlimmer noch ist der Schwamm, der sich im Gebälk des Glockenturms eingenistet und die Glocken zum Verstummen gezwungen hat. Von wegen der Schwingungen. Der Turm der Dorfkirche Schönfließ ist ein dringender Sanierungsfall mit Kosten in Höhe von 245 000 Euro.

Nun hat die Kirchengemeinde diese stattliche Summe zusammen, und die Architektin kann ihre vorbereiteten Pläne aus der Schublade ziehen, sodass die Arbeiten noch in diesem Jahr beginnen können. Einer der "Geldgeber" ist der Bund aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm. SPD-Bundestagsabgeordnete Angelika Krüger-Leißner hatte in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Gremien das komplizierte und aufwändige Fördermittelantragsverfahren unterstützt und vorangetrieben. Als letztes hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages am Mittwoch "seinen Segen" gegeben. Somit konnte Krüger-Leißner gestern in Schönfließ einen Fördermittelbescheid in Höhe von 63 500 Euro übergeben. "Uns ist eine Last von den Schultern genommen", sagte Harald Grimm, Mitglied im Freundeskreis der Dorfkirche und Vorsitzender der Gemeindevertretung. "Zum Schönfließer Sommer 2010, der unter dem Motto 740 Jahre Schönfließ stehen wird, werden die Glocken im sanierten Kirchturm wieder einladend läuten." Neben der Kreis- und Landeskirche beteiligen sich der Freundeskreis (10 000 Euro) und auch die Gemeinde Mühlenbecker Land (50 000 Euro) an der Finanzierung.

Mit ihren drei Glocken besitzt die Dorfkirche einen "kostbarer Schatz", erzählt Hans-Dietrich Schneider, dessen Herz an der Kirche hängt. Die beiden großen waren 1416 und 1432 gegossen worden. Am ältesten ist jedoch die kleine Glocke aus dem Jahre 1400. (Von Helga Gerth)

Märkische Allgemeine vom 03. Juli 2009

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