ENGAGEMENT: Wenn Bürger Bauherren werden

Förderkreis zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche zieht positive Bilanz

Mitglieder des Förderkreises zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche 
Heinz-Walter Knackmuß (li.) und die Mitglieder des Förderkreises zum Wiederaufbau der Sankt-Marien-Andreas-Kirche bei ihrer Versammlung am Samstagnachmittag in der Kirche.
FOTO: RIETSCHEL

RATHENOW - Gerüste, wohin man schaut. Die Sankt-Marien-Andreas-Kirche ist seit kurzer Zeit eine große Baustelle. Das Dach wird neu eingedeckt, und das Kirchenschiff mit Kreuzgewölbe im Ursprung des Gotteshauses wieder hergestellt. Zwischen den vielen Gerüststangen im Inneren der Kirche zeigt Heinz-Walter Knackmuß nach oben. "Sehen Sie, da wird praktisch erst einmal für die weiteren Bauarbeiten eine Zwischendecke gezogen, von der aus dann das Kreuzgewölbe gemauert wird", erläuterte er am Samstagnachmittag rund einem Dutzend Mitgliedern des Förderkreises zum Wiederaufbau der Kirche.

Knackmuß zog es vor, bei der Baustellenbesichtigung festen Boden unter den Füßen zu behalten. Mit Pfarrer und Kuratoriumsmitglied Andreas Buchholz, stiegen aber etliche Besucher die Gerüstleitern im Inneren der Kirche hinauf, um sich von oben einen Überblick zum Stand der Bauarbeiten zu verschaffen.

Vor der Baustellenbesichtigung hatten sich die Mitglieder des Fördervereins im Chorraum der Kirche zu einer ordentlichen Mitgliederversammlung getroffen. Mit seinem Bericht konnte der Vorsitzende des Förderkreises, Heinz-Walter Knackmuß, für das Jahr 2008 eine außerordentliche Bilanz ziehen. "Ich bin ganz überwältigt von der Spendenbereitschaft der Menschen in der Stadt", so Knackmuß. Mit einer Spendenaktion für Dachsteine, Stifterbriefen, Sponsorenpflege und vielen weiteren Aktionen hat der Förderkreis bis Ende vergangenen Jahres fast 190 000 Euro zusammengebracht.

Eine Erfolgsstory, die sich in diesem Jahr fortsetzt. Insgesamt hat der Förderkreis sich das Ziel gesetzt 250 000 Euro aufzubringen. Dafür würden lediglich noch rund 11 000 Euro fehlen, erklärte Schatzmeister Wolfgang Krüger zum Abschluss seines Jahresberichtes 2008 den aktuellen Kassenbestand. Sportlich betrachtet ist der Förderkreis damit nach einem erfolgreichen Ausdauerlauf auf die Zielgeraden eingebogen.

Die Luft ist dem Förderverein dabei aber keineswegs knapp geworden, und so dachte man auf der Mitgliederversammlung auch schon an die Zeit nach den Bauarbeiten. Das Kirchenschiff benötigt noch neue Fenster, auch eine neue Orgel wünscht man sich und noch so einiges mehr ist notwendig, um den Wiederaufbau der Kirche vollends abschließen zu können. Dafür wird weiteres Geld benötigt, und so wird man von der Zielgeraden ohne Atempause durchstarten zu neuen Vorhaben.

"Es geht nicht nur um den Wiederaufbau eines sakralen Bauwerkes. Es geht um das bedeutsamste Wahrzeichen der Stadt", hatte Norbert Heise, stellvertretender Bürgermeister der Stadt in seinem Grußwort gesagt. (Von Norbert Stein)

Märkische Allgemeine vom 22. Juni 2009

   Zur Artikelübersicht