GESCHICHTE: KIRCHE: Für Untermieter auf Zeit

Gotteshaus in Barsikow soll perspektivisch Pilgern Nachtquartiere bieten

Kirche Barsikow 

BARSIKOW - Hiergebliebene und fortgezogene Barsikower haben sich kürzlich zum 2. Mal in Folge wieder getroffen. Ob man diese Art des Wiedersehens nun Jahr für Jahr fortsetzen sollte, stand beim Auseinandergehen noch im Raum. Jetzt nicht mehr.

"Ja, wird setzen das 2010 fort. Alle wollten es so", sagt Ortsvorsteherin Barbara Linke. Sie ist sehr froh darüber, dass das Zusammengehörigkeitsgefühl einen so hohen Stellenwert genießt, was sich auch materiell positiv niederschlägt. Ein Ausdruck sind die rund 800 Euro Spenden für die Kirche.

Die kann der Förderkreis Dorfkirche Barsikow sehr gut gebrauchen, stehen doch vielleicht schon ab Ende des Jahres umfangreiche Bauarbeiten an. Sie gehen über die zunächst geplante Instandsetzung von Turm und Kirchenschiff hinaus. Ein Sockelbetrag von mittlerweile 120 000 Euro aus Zuwendungen verschiedener Stellen, auch der Landkreis Ostprignitz-Ruppin und das Kulturministerium sind dabei (MAZ berichtete), gilt wie der Eigenanteil für einen neuen Förderantrag. Wird der positiv beschieden, könnte mit Baubeginn 2009 die komplette Kirchensanierung mit dem Einbau von Pilgerunterkünften, Sanitärraum und Teeküche im Turmbereich in Angriff genommen werden. "Es soll sich um eine einfache Gruppenunterkunft handeln", sagt Barbara Linke, die auch dem Freundeskreis vorsteht. Pilger auf dem Weg von Berlin nach Bad Wilsnack bzw. auf dem Jacobsweg, die jetzt schon regelmäßig durchs Dorf kommen, hätten dann in Barsikow eine Bleibe. Bisher werden sie zumeist zum "Birkenhof" nach Nackel gebracht oder an private Adressen verwiesen.

Das Gotteshaus bleibt bis auf Weiteres aber noch voll funktionstüchtig, auch für kulturelles Leben. Als Nächstes singt der Segeletzer Frauenchor am 10. Juli in der Kirche Volkslieder. (Von Wolfgang Hörmann)

Märkische Allgemeine vom 23. Mai 2009

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