VERANSTALTUNG: Reparaturen im Blickpunkt

Aktion zugunsten der Kirche in Fretzdorf

FRETZDORF - Dass in Fretzdorf ein besonderer Anlass begangen wurde, war am vergangenen Sonntag nicht zu übersehen. Direkt vor der Kirche war ein Festzelt aufgebaut worden, man konnte essen und trinken oder vielleicht auch mit einem Bekannten reden, den man schon lange nicht gesehen hatte. Erstmals war in einer Gemeinschaftsaktion der Fretzdorfer Gruppen und Vereine zu einem Benefiztag für die Fretzdorfer Kirche eingeladen worden. Der Förderverein der Fretzdorfer Kirche und die örtliche Kirchengemeinde hatten bereits im vergangenen Jahr die Verantwortlichen des Heimat- und Kulturvereins, des Kleingärtnervereins, der Ortsgruppe der Volkssolidarität, der Gruppe Clic und der Jagdgenossenschaft an einen Tisch gebeten. Und schnell war man sich darin einig geworden, dass die Erhaltung der in großen Teilen stark sanierungsbedürftigen Dorfkirche Aufgabe nicht nur der Kirchengemeinde, sondern des ganzen Dorfes sei.

Ein für Herbst vergangenen Jahres ins Auge gefasster Termin ließ sich zwar nicht realisieren. Aber der jetzt vorgenommene zweite Anlauf wurde zum vollen Erfolg. Die Notwendigkeit, sich um die Kirche zu kümmern, war schon morgens unüberhörbar: Anlässlich des Gottesdienstes zu Beginn des Aktionstages konnte nur eine Glocke geläutet werden, die andere wartet dringend auf eine Reparatur des Läutewerkes. Doch die weiterhin ausstehenden Arbeiten sind gravierender: Das Fachwerk des Kirchenschiffes muss noch zu einem großen Teil saniert und das Dach erneuert werden. Die Innenrenovierung ist ebenfalls überfällig. Im Blickpunkt des Aktionstages stand die Sanierung mehrerer Kirchenfenster. Mit einem unübersehbaren Plakat des Fördervereins am Kirchenzaun wurden die Teilnehmer des Benefiztages deshalb auch darauf aufmerksam gemacht, dass noch vieles für die Rettung der Kirche zu tun sei.

Nach dem Gottesdienst wurden die Fretzdorfer zu einem üppigen Brunch im Freien oder auch im Festzelt eingeladen. Ein Trödelmarkt vor der Kirche animierte zum Schauen und Kaufen. Und auch das Kirchengebäude selbst stand nicht nur den ganzen Tag zu Besichtigungen offen, sondern stellte erneut seine Eignung auch als Stätte von Kultur und Musik unter Beweis. Die Mitglieder der Fretzdorfer Tanzgruppe unter der Leitung von Doreen Östreich hatten ein Programm eingeübt, das ebenso zur Aufführung kam wie ein Liederreigen, dargeboten vom russlanddeutschen "Katjuscha"-Chor vom Wittstocker Haus der Begegnung.

Alles in allem können die Veranstalter zufrieden sein: Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. Vor allem aber hatten die Fretzdorfer bewiesen, dass ihre Kirche ihnen etwas wert ist.

Eine größere Summe, deren Höhe am kommenden Freitag festgestellt werden soll, kam an diesem ersten Benefiztag für die Fachwerkkirche aus dem Jahr 1704 zusammen. Der Tag war eine Ermutigung, vielleicht schon im nächsten Jahr wieder zu einem solchen Aktionstag einzuladen. (Von Margitta Schirge)

Märkische Allgemeine vom 17. Juni 2009

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