DENKMAL: Verfall oder Erneuerung

Kirche in Lichterfelde soll saniert werden / Einwohner engagieren sich dafür

LICHTERFELDE (Teltow-Fläming) - 28 Einwohner hatten sich um die Kirche Lichterfelde versammelt, um eine Antwort auf die Frage zu finden, wie es weitergehen soll. Das Bauwerk sei in einem "bedenklichen Zustand", wie Pfarrer Joachim Boekels erklärte. "Der Putz löst sich und eine Notsicherung des Turmes prägt seit Jahren den Anblick", sagte er. Bereits in den 1970er-Jahren sollte der Turm durch Astbestplatten vor Feuchtigkeit geschützt werden. Eine dringend nötige Sanierung sei dann aber auch nach der politischen Wende nicht erfolgt. Seitdem zeigen sich immer mehr massive Risse im Mauerwerk. Plomben sind zum Teil gerissen. Feuchtigkeit und Frost sprengen alles noch weiter auf. Holzwurm, Schwamm und Fäulnis arbeiten unaufhörlich an der Substanz der Kirche.

Insgesamt 13 Kirchen gebe es in seinem Bereich, erklärte Pfarrer Boekels. Insgesamt 140 seien es mit Stadt- und Dorfkirchen im Landkreis. Doch keine sei in einem so maroden Zustand wie die in Lichterfelde. Es bestünde Handlungsbedarf. Man müsse sich dringend die Frage stellen, wie es mit der Feldsteinkirche im Ort weitergehen solle. Langfristig sei das Bauwerk einsturzgefährdet.

Drei Alternativen stellte der Pfarrer bei diesem Treffen zur Diskussion. Zum einen könne man alles so belassen und die Kirche dem Verfall preisgeben. Auch eine weitere Notsicherung wäre denkbar. Eigentlich sei jedoch eine Bauabsicherung erforderlich, um weiteren Schäden vorzubeugen. Hierfür legte Pfarrer Boekels die Bildung eines Fördervereins wie in Riesdorf oder Werbig nahe. Eine Grundsanierung würde laut einem Gutachten aus dem Jahr 2004 um die 200 000 Euro kosten.

Während sich die Alteingesessenen hinsichtlich einer konkreten Lösung und Mitwirkung noch etwas zögerlich zeigten, überraschten Neulichterfelder aus den Niederlanden und Rangsdorf mit spontaner Initiative. Insbesondere Musiker Frederik van der Kooi schwebten unzählige Möglichkeiten vor, um die Kirche in seiner Wahlheimat zu retten. Die Notlage zwinge zum sofortigen Handeln, sagte er. "Es müssen Taten folgen. Ich brauche eure Hilfe", bat er die Nachbarn. Im Hintergrund sei er schon lange "am Rühren". Er möchte die Kirche unbedingt behalten. Auch Martin Semrock aus Riesdorf unterstützt das Projekt. Mit seinen Erfahrungen hinsichtlich der Kirchensanierung im eigenen Ort will er bei der Beantragung von Fördermitteln behilflich sein. "Ihr müsst euch dahinter klemmen und dran bleiben", sagte er. "Dann bleiben auch andere dran." Mit Sponsoren sei eine ganze Menge möglich. Wenn das ganze Dorf dahinter stünde, würde das beeindrucken, so auch die Erfahrung von Pfarrer Boekels. (Von Susanne Aukschun)

Märkische Allgemeine vom 10. Juni 2009

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