BAUVORHABEN: Geld für neue Ziegel noch nicht unter Dach und Fach

Biberschwänze sollen Betonsteine ersetzen / Kosten: 100 000 Euro

WILDAU - Mit gebrannten Biberschwanz-Ziegeln ließ Baumeister Georg Büttner die Friedenskirche 1911 decken. Heute trägt sie schwer an einem Betondach. Diese Last will die Kirchengemeinde ihrem Gotteshaus vor seinem 100. Geburtstag nehmen.

Wie ehrgeizig das Ziel ist, weiß auch Christian Ritter. Der von ihm geleitete Freundeskreis Friedenskirche unterstützt das Vorhaben. Für die neue Haut aus Biberschwänzen werden 100 000 Euro benötigt. Das ist viel Geld. Trotzdem hält Ritter die Dachsanierung für eine lösbare Aufgabe. Schließlich geht es um den Erhalt jener Kirche, in der sein Vater viele Jahre als Pfarrer wirkte. "Das mit den Kirchenfenstern ist doch auch gut gelaufen", erinnert er an die jüngste Spendenaktion. Erst im vorigen Jahr wurden viele zerstörte oder verunstaltete Fenster restauriert.

Nun ist das Dach dran. Das wurde Mitte der 70er Jahre mit Doppelrömer-Ziegeln aus Beton gedeckt. "Damit dürften wir fast die letzte Kirche mit Betondach im Kirchenkreis Neukölln sein", so Ritter. Doch nicht nur deshalb sollen die geschichtlich passenden Biberschwänze wieder rauf. "Von der Sache her ist das Dach dicht", sagt Ritter. Aber manchmal dringt Schnee oder Regenwasser auf unsichtbaren Wegen ein. Dann gibt es feuchte Stellen.

Um weitere Schäden zu verhindern, setzt sich der Freundeskreis für ein schickes dichtes Dach ein. Angebote liegen bereits vor. "Wir wollen, dass das noch im späten Sommer über die Bühne geht", steckt Christian Ritter den äußerst eng gestrickten Zeitplan ab. "Ob das funktioniert, werden wir sehen. Da sind wir ganz optimistisch."

Noch sind die benötigten 100 000 Euro längst nicht unter Dach und Fach. "Aber wir haben schon einige Spenden erhalten", so der Theologie-Student. Er ist dankbar dafür, dass sich die Gemeinde Wildau mit 15 000 Euro an dem Projekt beteiligt. Die Kreis-Denkmalpflege steuert 7500 Euro bei. Geld gibt auch die Stiftung der Sparkasse. Die größte Summe soll der Kirchenkreis Neukölln aufbringen. 40 000 Euro sind zwar beantragt, aber noch nicht bewilligt. Da warten die Wildauer noch auf ein Zeichen von oben. (Von Frank Pechhold)

Märkische Allgemeine vom 04. Juni 2009

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