KIRCHE: Feuerwehrball im Gotteshaus

Christen und nicht konfessionelle Dorfbewohner teilen sich Riebener Sakralbau

RIEBEN - Für den geplanten inneren Umbau der Dorfkirche in Rieben zu einem multifunktionalen Treffpunkt können die Landeskirche Berlin-Brandenburg und die Stadt Beelitz, zu der der Ortsteil gehört, mit einer finanziellen Unterstützung aus dem europäischen Förderprogramm "Integrierte Ländliche Entwicklung" (ILE) rechnen. Dies stellten Vertreter des Landesamtes für Verbraucherschutz, Landwirtschaft und Flurneuordnung in Brieselang jetzt nach einem Besuch in Rieben in Aussicht. Die Förderung des Kirchenumbaus war dem Landesamt von der Lokalen Aktionsgruppe Fläming-Havel empfohlen worden, die ihrerseits von dem Projekt begeistert ist. Voraussetzung für eine 75-prozentige Übernahme der Umbaukosten durch das Land ist allerdings, dass der Landkreis Potsdam-Mittelmark das Bauvorhaben genehmigt.

Darum verlegten die Mitglieder des Kreisbauausschusses ihre jüngste Sitzung nach Rieben, um sich ebenfalls das Vorhaben vorstellen zu lassen. Diplomingenieur Jürgen Götz vom Planungsbüro Götz und Ilsemann in Beelitz erläuterte den Ausschussmitgliedern, welchen Plan er mit seinem Geschäftspartner Jürgen Ilsemann für die neue Nutzung der Dorfkirche entworfen hat. Der Beelitzer Bürgermeister Thomas Wardin (SPD) und Riebens Ortsvorsteher Armin Hilgers (Unabhängiges Kommunalbündnis) begründeten, wie wichtig dieser Umbau für die Riebener ist.

In drei bis vier Wochen soll offiziell der Bauantrag im Kreisbauamt gestellt werden, sagte Hilgers zur MAZ. Parallel dazu werde auch der Förderantrag an das Landesamt gestellt. Rund 400 000 Euro wird der neue multifunktionale Treffpunkt nach bisherigen Schätzungen kosten. Bis zu 290 000 Euro könnten aus dem ILE-Programm bereitgestellt werden. 80 000 Euro hat die Stadtverwaltung Beelitz in ihrem Haushalt dafür vorgesehen. Noch in diesem Jahr könnte mit dem Innenumbau begonnen werden, ist Hilgers zuversichtilich.

Nach den Plänen von Götz und Ilsemann soll das vordere Drittel der Kirche auch weiterhin sakral genutzt, jedoch mit einer Faltwand vom hinteren Teil des Gebäudes getrennt werden. Dieser wird zu einem Gemeindesaal umgebaut, in dem Konzerte, Lesungen, Ausstellungen, Feste und anderes mehr stattfinden können. Für größere Veranstaltungen der Kirche lässt sich die Faltwand problemlos öffnen und wieder der gesamte Kirchenraum nutzen. Im oberen Geschoss sind ein Büro für die Sprechstunden des Ortsvorstehers sowie ein Versammlungsraum für die Feuerwehr, die Senioren oder die Ortsvereine vorgesehen (MAZ berichtete). Neu in die Planungen aufgenommen wurden unter anderem ein Treppenlift für behinderte Besucher sowie eine spezielle Toilette für sie.

Sämtliche Baumaßnahmen würden eng mit der Denkmalpflege des Kreises abgestimmt, so Hilgers. Der Vertrag mit der Kirche über die multifunktionale Nutzung sei bereits unterschriftsreif. Wird der gedachte Zeitplan eingehalten, könnte die neue Begegnungsstätte Ende des nächsten Jahres eingeweiht beziehungsweise eröffnet werden. Um weitere Sponsoren zu finden und später den neuen Treffpunkt am Leben zu erhalten, hatte sich im Sommer des Vorjahres der Förderverein "Treffpunkt Leben" gegründet.

Was aus dem alten Gemeindehaus wird, steht noch nicht fest, sagt Armin Hilgers. Vielleicht ließe es sich später komplett als Wohnhaus nutzen. (Von Heinz Helwig)

Märkische Allgemeine vom 23. Mai 2009

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