KULTUR: Viele Projekte gehen auf ihr Konto

Förderverein Wunderblutkirche würdigt Unterstützung durch Stiftung der Sparkasse Prignitz

BAD WILSNACK - Jochen Purps ist kein Mann der langen Reden. Doch wenn er über die Projekte erzählt, die er und seine Mitstreiter vom Förderverein Wunderblutkirche in den vergangenen Jahren verwirklichen konnten, muss er doch ausholen. Und bei den meisten Vorhaben, die im weitesten Sinne dem Erhalt des historisch bedeutsamen Gotteshauses dienen, fällt stets der Name: Jugend- und Kulturstiftung der Sparkasse Prignitz.

"Es sind nicht immer populistisch große Dinge, die aus Mitteln der Stiftung finanziert werden. Aber dennoch haben uns die Zuwendungen sehr weitergeholfen", sagt der Vereinschef bei einem Treffen mit dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Prignitz, Wilfried von Bieren. Als jüngstes Beispiel führte Purps die Beschilderung der Wunderblutkirche an, auf der nun auch ein Begleittext in englischer Sprache zu lesen ist. Mit finanzieller Hilfe des Kreditinstituts sei es auch gelungen, das Wandgemälde der "Anna selbdritt" an der östlichen Querhauswand der Kirche zu sichern. Es stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist arg verwittert. Damit es nicht ganz zerfällt, bekam es einen Schutzanstrich.

Nur ein dezenter Hinweis sei an der neuen Holztreppe zur Orgelempore angebracht, die dank eines Zuschusses von der Sparkasse wieder instand gesetzt werden konnte, fuhr Purps fort. Er wies darauf hin, dass das Kreditinstitut maßgeblich zur Wiederbelebung des alten Pilgerwegs von Berlin nach Bad Wilsnack beigetragen habe. Mit einer Sparkassenspende hätten 150 Schilder angefertigt werden können, die den Pilgern die Orientierung erleichterten. Das Projekt gewinne an Popularität. Inzwischen werde der alte Wallfahrtsweg von rund 500 Pilgern pro Jahr erwandert. Die Tendenz sei steigend. Anhand des Gästebuches der Wunderblutkirche zählten auch viele Wallfahrer aus dem englischsprachigen Raum zu den Besuchern.

In den kommenden Jahren möchte der Förderverein aber auch größere Investitionen am Gebäude der St.-Nikolai-Kirche stemmen. Denn Dach und Innenwände des Gotteshauses bedürfen der Sanierung. Wilfried von Bieren hält es durchaus für möglich, dass die Ostdeutsche Sparkassenstiftung, die vor fast 15 Jahren gegründet wurde, in diesen Fällen in die Bresche springen könnte. "Dort kommen etwas größere Beträge zusammen. Die Stiftung fördert nur Projekte von überregionaler Bedeutung, welches die Wunderblutkirche ohne Frage darstellt", sagte von Bieren. Er selbst werde zur Rate gezogen, wenn der Förderverein Mittel zur Sanierung beantragt. Der Stiftungsrat verlasse sich bei der Beurteilung auf die Stellungnahme der regionalen Sparkassenniederlassung. (Von Dorothea von Dahlen)

Märkische Allgemeine vom 22. Mai 2009

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