VEREIN: Kirchturm-Neubau rückt in greifbare Nähe

Nach einem Benefizkonzert in Werbig ist genügend Geld in der Kasse

WERBIG - "Ernst, wenn der Pastor nicht kommt, musst du mit nach vorne! Ich stell’ mich nicht alleine dort hin!" – Ihre Aufregung zu verbergen, gelang Angela Schulze kaum. Zum dritten Mal hatten die Ortsvorsteherin und Vorsitzende des "Fördervereins Wiederaufbau Kirchturm Werbig" zu einem Benefizkonzert für das Gotteshaus eingeladen. Doch diesmal konnte sie verkünden, dass ein wichtiges Ziel erreicht wurde.

Die kleine Feldsteinkirche konnte kaum alle Besucher fassen. Dass Hohenseefelds "Gemischter Chor" am vergangenen Sonntag ausschließlich mit Frühlingsliedern gekommen war, war nicht nur der Jahreszeit geschuldet. Ein Hauch von Aufbruch und Neubeginn beseelt die Werbiger seit Gründung des Fördervereins vor dreieinhalb Jahren. Seither habe sich eine Menge getan, wie Angela Schulze nach dem gut einstündigen Konzert sagte.

Die gesetzlich geforderte bodenarchäologische Untersuchung unterhalb der Orgelempore konnte in diesem Jahr abgeschlossen und die Ergebnisse im März der Öffentlichkeit vorgestellt werden (die MAZ berichtete). Gefragt waren dabei nicht nur der moralische Beistand des Fördervereins, sondern auch dessen tatkräftige Hilfe. "Auch Werbiger, die nicht Mitglied im Verein sind, haben sich dabei engagiert und zugepackt", erzählte die Vorsitzende freudestrahlend.

Noch mehr Freude kam in ihr Gesicht, nach dem am Sonntag die eingesammelten Spendengelder gezählt waren. Genau 1264,20 Euro befanden sich diesmal in der in Form der Kirche samt Glockenturm gebastelten Sammelbüchse. "Damit", so die Initiatorin, "haben wir endlich die angestrebte 25 000-Euro-Grenze erreicht und können weiterarbeiten". Auf exakt 25126,25 Euro beläuft sich nun der Kassenstand.

Auch Bürgermeister Ernst Werner stand die Freude über das Ergebnis ins Gesicht geschrieben. Mit Erfolg überredete er die Sänger und Sängerinnen während des Kaffeetrinkens zu einer Zugabe. Frohen Mutes ist man nun im Förderverein, die Grundsteinlegung in diesem Jahr zu vollziehen. "Dann", so Angela Schulze, "sehen wir weiter." (Von Uwe Klemens)

Märkische Allgemeine vom 20. Mai 2009

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