DENKMALPFLEGE: Erst ist der Turm dran

Halbe putzt seine Kirche heraus

HALBE - Den Gedanken an Abriss gibt es nicht mehr. Die Halber wollen ihre Dankeskirche behalten und sie herausputzen. Der neu gegründete Förderverein hat die erste Hürde genommen, das Landesdenkmalamt stellte das Gotteshaus unter Denkmalschutz. Seit Freitag prangt die zugehörige blaue Plakette an der Kirche.

"Damit ist öffentlich, dass hier ein schützenswertes Bauwerk steht", freute sich Eckart Köthe, der den Förderverein ins Leben gerufen hat. Zwei neue Mitstreiter konnte er beim Festakt dazugewinnen, 15 Mitglieder sind es nun. Aber damit nicht genug: Die Halber seien Feuer und Flamme für den Wiederaufbau ihres Kirchleins, "unabhängig von der Frömmigkeit", betont Köthe. "Die Kirche ist ein Symbol, auch für Anwohner, die nicht in den Gottesdienst gehen."

Halbes Gemeinde zählt nur wenige regelmäßige Kirchgänger, weshalb die Zukunft der Kirche immer wieder mit einem Fragezeichen versehen wurde. Dabei ist das angrenzende Freizeitheim des evangelischen Kirchenkreises Neukölln bei Gruppen beliebt, sie nutzten die Kirche gleichermaßen, ergänzt Eckart Köthe.

Der 66-jährige Berliner stand fast sein ganzes Berufsleben lang im Dienst der Kirche. Vorigen Sommer gründete der frischgebackene Halber den Förderverein. Bis zum 100. Geburtstag der Dankeskirche 2014, die einst auf kaiserlichen Erlass errichtet wurde, soll der Bau wieder strahlen und das Netz, das Gottesdienstbesucher vor herabfallendem Turmputz schützt, verschwunden sein. Köthe hat bereits ein Gutachten eingeholt. Ein Architekt ist beauftragt, Pläne von der Kirche zu erstellen, die gibt es nämlich nicht.Die Sanierung soll aus Fördergeldern bestritten werden. Beim Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg liegt eine Anfrage vor. In zwei Wochen wird eine Delegation die Kirche ansehen. Tan

Märkische Allgemeine vom 18. Mai 2009

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