Ringanker für Kroppener Kirche

Kroppen An der denkmalgeschützten Barockkirche in Kroppen sind seit gestern wieder die Handwerker zugange. Bevor die Sanierung des Gotteshauses voraussichtlich im Jahr 2011 beendet werden soll, sind jetzt noch wichtige Sicherungsarbeiten für das Gebäude notwendig. Ein Ringanker wird eingezogen.

Hans Dietzel vor der eingerüsteten Kirche 
Hans Dietzel vor der eingerüsteten Kirche

Feine Staubwolken ziehen über das Gelände, wenn sich die Bauarbeiter der Radeberger Spezialbaufirma mit ihrem Schleifgerät in den Außenputz der Kirche "fräsen". Sie rücken seit gestern jenen Rissen in Putz und Gemäuer zu Leibe, mit denen vor mehr als sechs Jahren alles angefangen hatte. "2003 haben wir an den Kirchenmauern plötzlich die Risse entdeckt. Entstanden sind diese, weil die Kirche auf einem Eichenrost gegründet ist, der im Laufe der Jahre und aufgrund des zurückgegangenen Grundwassers verrottet ist", erzählt Hans Dietzel, Vorsitzender des Kirchbauvereins Kroppen. Als nach den Probebohrungen damals diese erschreckende Erkenntnis reifte, musste alles sehr schnell gehen, um noch größeren Schaden von dem Gotteshaus abzuwenden. "Mit Hilfe von Fördergeldern haben wir 2004 und 2005 die Fundamentsanierung realisieren können", erinnert sich Hans Dietzel.

Durch die Setzungsbewegungen des Gebäudes war inzwischen auch die Dachhaut gerissen. Es regnete herein, was dem Hausschwamm Tür und Tor öffnete. "Nach langem Anlauf konnten wir in den beiden vergangenen Jahren auch noch die Sanierung des Dachs und der Zwischendecke im Inneren der Kirche realisieren", ist der 75-jährige Vereinschef und ehemalige Bürgermeister von Kroppen heute froh.

Der gestern begonnene dritte Bauabschnitt soll nun die Standfestigkeit des in den Jahren 1718 bis 1721 erbauten Barockgebäudes zementieren. Dafür wird ein Ringanker durch die Außenwände gezogen, der dem Gebäude mehr Halt geben soll. Jeweils rund 20 Meter langeKernlochbohrungen werden dafür jetzt im Gemäuer vorbereitet.

Bis Ende Juni sollen diese Spezialarbeiten abgeschlossen sein, deren Finanzierung aus Fördermitteln, kommunalen Geldern und Spenden bereits gesichert ist. "Danach ist freilich noch der letzte Bauabschnitt notwendig", macht Hans Dietzel aufmerksam. Rund 107 000 Euro werden zum Abschluss der Sanierung für das Putzen der Fassade und für Maler-, Tischler- und Verglasungsarbeiten benötigt. "Die Gemeinde Kroppen wird uns dafür 22 500 Euro zur Verfügung stellen. Auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat uns wieder Unterstützung in Aussicht gestellt, und wir hoffen erneut auf das europäische Leader plus-Programm", so Hans Dietzel. Der Kirchbauverein hat zudem weitere Aktionen in diesem Jahr geplant, um Spendengelder für den Kirchenbau zu sammeln. Einer der Höhepunkte dabei wird am 24. Mai ein Konzert der Maxim Kowalew Don Kosaken in der Kroppener Kirche sein.

Von Catrin Würz

Lausitzer Rundschau vom 13. Mai 2009

   Zur Artikelübersicht