KIRCHE: Akustisch auf der Höhe

Sanierung der Vicheler Kirche geht weiter: Glocken funktionieren wieder

VICHEL - Jahrelang waren die Glocken in Vichel verstummt, weil die Kirche wegen des starken Schwammbefalls gesperrt war. Diese Zeit ist nun vorbei: Am kommenden Sonntag wollen die Dorfbewohner mit einem Dankgottesdienst die Reparatur der Glockenanlage feiern.

"Nun ist die Sanierung der Vicheler Kirche auch hörbar", freut sich Ortsvorsteher Peter Masloch, der sich im Förderverein der Kirche engagiert. Der Verein hatte die Reparatur des Glockenstuhles in den vergangenen Wochen vorangetrieben. "Eine großzügige Spende eines Gemeindegliedes und ein Zuschuss vom Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg haben das möglich gemacht", sagt Peter Masloch. Während die Elektrofirma Protz aus Kerzlin die maroden Stromleitungen erneuerte, kümmerte sich der holsteinische Glockenbauer Joachim Otto um die Mechanik der alten Glockenanlage. Die Antriebstechnik war defekt und verrostet. Nun hängen die beiden Glocken funktionsbereit an einer neuen Holzkonstruktion.

Alle Hilfs- und Reinigungsarbeiten waren in dieser Zeit von Mitgliedern des Fördervereins geleistet worden. "Hier tat sich besonders Detlev Schnabel hervor, der dem Glockenbauer drei volle Tage zur Hand ging. Das half, die Kosten auf ein erträgliches Maß zu senken", sagt Peter Masloch. Auch die Elektrofirma hatte das Projekt zum großen Teil auf Spendenbasis unterstützt. Zuvor hatten Vereinsmitglieder im Glockenturm den Vogeldreck beseitigt, denn Turmfalke, Taube und Eule hatten sich dort niedergelassen. Die Fenster wurden abgedichtet und ein Falkennistkasten angebracht.

Der Verein engagiert sich seit mehr als zwei Jahren für die Erneuerung des Gotteshauses in Vichel. Die Mitglieder wollten den 140 Jahre alten Backsteinbau nicht aufgeben, an dessen Wänden und Podesten die Sporen des Echten Hausschwammes wucherten. Mehr als 160 000 Euro hat der Verein inzwischen mit Unterstützung von Sponsoren in die Kirche gesteckt. Im renovierten Innenraum können nun wieder Feiern stattfinden. Der Dankgottesdienst am Sonntag soll um 9 Uhr beginnen. (Von Katharina Kastner)

Märkische Allgemeine vom 13. Mai 2009

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