SANIERUNG: Buße tun fürs Kirchenportal

Förderverein hat dank vieler Spender und mit Hilfe der Justiz 15 000 Euro gesammelt

NEURUPPIN - Dass die Rechnung so hoch ausfallen würde, das hätte Rosswieta Funk nicht gedacht. Von Kosten um die 18 000 Euro war die Vorsitzende des Neuruppiner Förderverein Klosterkirche Sankt Trinitatis ausgegangen, als die Sanierung der Kirchentüren im Sommer 2008 begann. Doch das Ganze kostet fast doppelt so viel.

Mit genau 31 699,51 Euro schlagen die Arbeiten für die vier Türen an der Kirche zu Buche. Die Sanierung war deutlich aufwändiger als gedacht. Das Eingangsportal aus dem Jahr 1840 hatte arg gelitten, und auch die drei kleineren Türen waren in keinem guten Zustand.

Seit 2007 hat der Förderverein für die Sanierung Geld gesammelt. Rund 15 000 Euro sind dabei aus Spenden zusammengekommen. Rosswieta Funk ist selbst ein bisschen beeindruckt, wenn sie die Zahl hört. Ein Teil des Geldes verdankt der Verein Gerichtsentscheidungen; Richter hatten mehrfach bei kleineren Vergehen als Geldbuße eine Spende an den Förderverein verhängt. Trotzdem ist Vereinschefin Funk sicher: "Ohne die vielen Spender hätten wir das nie geschafft."

Knapp 5400 Euro hat die Stadt Neuruppin aus dem Fördertopf für die Stadtsanierung dazugegeben, weitere 1500 Euro kamen aus privaten Spenden an die Kirchengemeinde zusammen. Die evangelische Gemeinde selbst hat schließlich die fehlenden 9856,36 Euro für die Kirchentüren bezahlt.

"Dieses Geld ist aber nur vorfinanziert", darauf legt Rosswieta Funk großen Wert. Für die Sanierung der Klosterkirche wird noch so viel benötigt das könne die Gemeinde unmöglich selbst bezahlen. Der Förderverein hat sich deshalb vorgenommen, die vorgestreckten 9800 Euro auch zu bezahlen. Die eigentlich beendete Spendenaktion geht deshalb weiter, das hat der Vereinsvorstand jetzt beschlossen.

In der Klosterkirche will Rosswieta Funk in einigen Tagen Bilder von den Sanierungsarbeiten ausstellen, damit die Spender sehen, wo ihr Geld geblieben ist.

Mehr über den Förderverein und die Spendenaktion gibt es unter www.klosterkirche-neuruppin.de im Internet. (Von Reyk Grunow)

Märkische Allgemeine vom 12. Mai 2009

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