Ehrenamt: Alles für die Dorfkirche

Buckauer gründeten Förderverein

BUCKAU - Über der Orgel macht sich der Hausschwamm breit, das Dach ist undicht, Regenwasser wird mit Eimern aufgefangen, die Chorwand der Apsis ist von großen Setzungsrissen durchzogen. Einer der ältesten Dorfkirchen Brandenburgs geht es schlecht. Zur Rettung des um 1200 errichteten Feldsteinbaus hat sich vor wenigen Tagen in Buckau ein Förderverein gegründet.

Die zwölf Gründungsmitglieder haben sich das Ziel gesetzt, die Kirche bei der denkmalgerechten Restaurierung nach besten Kräften zu unterstützen. "Grundlage ist das vorliegende Sanierungskonzept, auf dessen Basis sich die Kirchengemeinde Fördermittel über das ILE-Projekt erhofft", sagt Vereinsvorsitzender Thomas Gandow. Besonderes Augenmerk legen er und seine Mitstreiter auf die Bewahrung des gotischen Marienaltars, der ebenfalls gotischen Muttergottes, des barocken Taufengels, der historischen Glocken, der Carl-Böttcher-Orgel und der Turmuhr.

Neu ist das Engagement der Buckauer für ihre Dorfkirche nicht. Für eine Restaurierung der wertvollen Orgel mit Zinnpfeifen hat der Heimatverein bereits mehrere tausend Euro gesammelt (MAZ berichtete). Die Mitglieder des Kirchenfördervereins wollen das ehrenamtliche Engagement für ihr Gotteshaus auf eine noch breitere Basis stellen. Ein "wissenschaftlicher Beirat" wird berufen, der fachliche Unterstützung in Fragen Denkmalschutz, Kunst, Musik, Geschichte und zum Buckauer Gesundbrunnen leistet.

Geht es nach dem Förderverein soll die Kirche wieder vermehrt für kulturelle Veranstaltungen offenstehen. Gemeinsam mit der Kirchengemeinde werden derzeit zwei Konzerte vorbereitet. Am 5. Juli wird die Kantorei der Potsdamer Friedenskirche erwartet, im September ist Peter-Michael Seifried mit dem Chor der Kirchengemeinde Berlin-Marienfelde zu Gast.

Fester Bestandteil soll das Gotteshaus auch für den Tourismus werden. Vereins-Schatzmeister Volkmar Peters geht von einer wachsenden Zahl von Radlern aus, die mit dem Ausbau der touristischen Infrastruktur entlang der "Tour de Brandenburg" an die Tür der Kirche klopfen werden. "Wir brauchen wieder eine offene Kirche und Führungen", so Peters. Vereinsmitglied kann jeder werden, der in Buckau oder Dretzen mit Wittstock lebt oder in Buckau getauft, konfirmiert oder getraut worden ist. (Von Frank Bürstenbinder)

Märkische Allgemeine vom 07. Mai 2009

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