FINANZEN: Die Bauarbeiten beginnen im Mai

Ministerin Johanna Wanka übergab Fördercheck für Rohrbecker Kirche im Wert von 50 000 Euro

Rohrbecker Kirche 

ROHRBECK - Die Kirche von Rohrbeck ist schon von weitem sichtbar. Kein Wunder, denn das Gebetshaus steht auf dem höchsten Punkt des Ortsteiles von Dallgow-Döberitz. Gestern Vormittag reiste Brandenburgs Kulturministerin Johanna Wanka (CDU) in den Ort. Im Gepäck hatte sie einen Scheck im Wert von 50 000 Euro, die für die anstehenden Sanierungsarbeiten eingesetzt werden sollen.

Wanka, die in ihrem Ressort auch die etwa 1500 Kirchen des Landes Brandenburg betreut, bezeichnete die Bauwerke als ganz wichtigen Teil des kulturellen Erbes in Deutschland. "Viele Kirchen haben immer noch mit den Kriegsschäden zu kämpfen", so die Ministerin. "Auch in der DDR wurde oftmals wenig getan." Gerade in kleinen Orten seien die Kirchen die zentralen Gebäude, die den höchsten Denkmalwert haben. "Sie müssen und sollen erhalten bleiben", sagte Johanna Wanka. "Gerade die kleinen Kirchen sind mir wichtig." Sie lobte das große Engagement der Menschen in Rohrbeck: "Einem Dorf ohne Kirche fehlt etwas."

Die 50 000 Euro sind für die Sanierung des etwa 700 Jahre alten Kirchengebäudes vorgesehen. Geplant sind Arbeiten am Turm, dessen Schäden zwar von außen nicht sichtbar sind, bei dem aber dennoch großer Handlungsbedarf besteht. "Wir müssen das Fachwerk sanieren", sagt Bauingenieur Ingo Dreger. Auch Türen und Fenster werden renoviert oder erneuert. Beseitigt werden außerdem Putz- und Feuchtigkeitsschäden am Gemäuer. "Wichtig ist, dass die Gemeinde immer einbezogen wird, wenn wir die Arbeiten planen", so Ingo Dreger weiter. Das habe bisher immer gut funktioniert. Er kündigt den Baubeginn für den Mai an.

In den vergangenen 20 Jahren wuchs die Zahl der Mitglieder in der Rohrbecker Kirchengemeinde von 320 auf 887. Ein solcher Anstieg ist selten in Deutschland. "Wir feiern zweimal im Monat einen Gottesdienst", erzählt Pfarrer Hubert Grapentin. In der Rohrbecker Kirche finden aber auch Kindergottesdienste, Konzerte und Taufen statt. "Auf jeden Fall mehr Taufen als Beerdigungen", betont Grapentin.

"Wir erfreuen uns an einem lebendigen Gemeindeleben", sagte Elisabeth Fleisch, Mitglied im Kirchenrat. "Die Sanierung hat einen Sinn, denn sie dient einer wachsenden Gemeinde. Das Gebäude ist es wert, dass wir uns dessen annehmen." Deshalb werden die Sanierungsarbeiten auch vom Kirchenkreis und der Landeskirche unterstützt. Elisabeth Fleisch hob die Besonderheit des Gebäudes hervor, das in mehr als 700 Jahren viele historische Dinge angesammelt habe. Besonders sehenswert seien der Taufengel und der originelle Altar. Weiter sagte sie: "Wir lieben unsere Kirche, und wir haben uns schon immer gedacht: Sie ist die schönste im ganzen Land."

Dallgows Bürgermeister Jürgen Hemberger (Freie Wähler) bekräftigte die Bemühungen für das Gebäude. "Die Kirche muss im Dorf bleiben", sagte er während seiner kurzen Rede. "Im nächsten Jahr wird sie im neuen Glanz erstrahlen." (Von Robert Tiesler)

Märkische Allgemeine vom 07. April 2009

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