DENKMALSCHUTZ: Ein Schritt in Richtung Zukunft

Bernd Lamprecht ist der Vorsitzende des neu gegründeten Kirchbauvereins Lindenberg

LINDENBERG - "Ja. Dann gründen wir uns jetzt." Dieser Satz von Pfarrer Hans-Dieter Kübler so lapidar er auch klingen mag war ein wesentlicher Schritt in Richtung Zukunft für Lindenberg (Gemeinde Groß Pankow). Am Mittwochabend unterschrieben siebzehn Gründungsmitglieder die Satzung und riefen so den Kirchbauverein Lindenberg ins Leben.

Im Mittelpunkt der Vereinsarbeit steht die Renovierung des Pfarrhauses in Lindenberg. Seitdem Pfarrer Gerhard Altendorf vor einigen Monaten endgültig in den Ruhestand trat, ist das denkmalgeschützte Gebäude unbewohnt.

Auf den Verein kämen bei der angestrebten Renovierung Kosten in Höhe von 100 000 bis 120 000 Euro zu, wagt Kübler eine vorsichtige erste Schätzung. Das Dach hat eine komplette Erneuerung schon hinter sich, zu tun gibt es aber an dem Dorfbild prägenden Haus genug. So müssen alle Heizkörper ersetzt, die Türen und Fenster erneuert beziehungsweise renoviert werden. Letzteres würde alleine rund ein Viertel des Finanzbedarfes in Anspruch nehmen, sagt Kübler, der sich auf die Aussagen eines Architekturbüros beruft. Ein weiterer großer Kostenfaktor sind die Isolierung des Gebäudes und Erneuerung von Sanitäranlagen.

Hinter allem steht das Ziel, bis zum Jahre 2010 das Pfarrhaus wieder soweit herzurichten, dass es für einen Nachfolger Altendorfs bewohnbar und attraktiv ist. Dann soll die Stelle für den Pfarrsprengel Lindenberg neu ausgeschrieben werden. Dabei gibt es im Kirchenkreis bereits mehr Pfarrer als eigentlich vorgesehen sind. Statt zehn üben 14 Würdenträger ihr Amt aus. Theoretisch könnte die Stelle in Lindenberg also erst ausgeschrieben werden, wenn es nur noch neun besetzte Posten gibt. "Doch so lange wollen wir nicht warten", erklärt Hans-Dieter Kübler. Seine Vision, wie wieder Leben ins das Gebäude-Ensemble in der Dorfmitte einkehrt, regte auch die Fantasie der Lindenberger Bürger an: "Mir schwebt ein junger Pfarrer mit Frau vor. Es darf kein 80-Jähriger sein." Die Bewerber würden sich dann einer Art Casting unterziehen.

Der Förderverein strebt eine enge Vernetzung mit dem Dorf an. Ein Organ dafür ist das Kuratorium, dem neben Ortsbürgermeister und dem für Lindenberg zuständigen Pfarrer der Vorstand angehört. Dieser wurde am Mittwoch gewählt. "Bernd, sag doch ja", war ein eindringlicher Appell an den Gastwirt Bernd Lamprecht, der nun der Vorsitzende des Vereins ist. Seine Stellvertreter sind Gerd Thiedemann und Gerlinde Heinrich. Zur Schriftführerin wurde Elisabeth Isenberg ernannt, während Bärbel Thiedemann den Posten der Schatzmeisterin übernimmt.

Mittelfristig steht das Pfarrhaus in Lindenberg natürlich an erster Stelle. Dennoch wollen sich die Mitglieder nicht nur darauf beschränken. So kann sich das Engagement langfristig auch auf die Kirche oder andere Gemeinden erstrecken.

Die nächste Versammlung für Mitglieder und Interessenten des Fördervereins ist am 7. Mai um 19 Uhr im Lindenberger Gemeindehaus. (Von Fritz Habekuß)

Märkische Allgemeine vom 28. März 2009

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