Kirchensicherung in Heinsdorf geht weiter

Heinsdorf Die Arbeiten zur Sicherung der Heinsdorfer Kirchenruine sollen fortgesetzt werden. Der Förderverein zur Rettung des Bauwerks plant für den zweiten Bauabschnitt die Sanierung von Mauerwerk und Dach des Turmes. Zudem sollen im Turm-Inneren Bohlen und Dielen auf drei Etagen instandgesetzt werden, erklärt Vereinschef Dr. Gerhard Schliebener. Die Gesamtkosten sind mit rund 32 000 Euro kalkuliert.

Fördervereinschef Gerhard Schliebener (r.) und Pfarrer Joachim Boekels 
Fördervereinschef Gerhard Schliebener (r.) und Pfarrer Joachim Boekels engagieren sich dafür, dass im nächsten Jahr im Heinsdorfer Kirchturm die Glocken wieder läuten.
Foto: Carmen Berg

Gerhard Schliebener und Pfarrer Dr. Joachim Boekels sind zufrieden, wenn sie auf dem Kirchengelände stehen. "Mancher mag uns anfangs für Träumer gehalten haben. Doch wir haben in den eineinhalb Jahren seit Vereinsgründung viel geschafft", sagt Gerhard Schliebener. "Der Kirchenbau brachte der Dorfgemeinschaft neuen Aufwind. Alt und Jung ziehen mit", nennt Pfarrer Boekels einen positiven Effekt.

Das Heinsdorfer Gotteshaus aus dem 13. Jahrhundert war im Jahr 1970 wegen Baufälligkeit abgetragen worden. Es stehen nur noch der marode Turm und Reste der Wände vom einstigen Kirchenschiff. In einem ersten Abschnitt war im vergangenen Jahr die stark geschädigte Ostseite des Turmes instandgesetzt worden. Unter Schutt und Erde verborgene Mauerreste des Kirchenschiffes wurden in Handarbeit freigelegt und standsicher gemacht. Die Mauerkronen wurden abgedeckt. Die Denkmalpflege, die Stadt Dahme, die Arge Teltow-Fläming und die Kulturstiftung der Mittelbrandenburgischen Sparkasse hätten das Vorhaben gefördert, sagt Gerhard Schliebener. Zugleich nennt er Firmen und Bürger, die für die Kirche in die Tasche griffen, mit Technik und unentgeltlichen Leistungen halfen. 7500 Euro Spenden seien im ersten Jahr des Vereins zusammengekommen, berichtet er.

Gefahr ist gebannt

"Die größte Gefahr ist gebannt. Der Turm kann nicht mehr einstürzen", konstatiert Schliebener. Den Menschen im Dorf liege das besonders am Herzen. "Sie wünschen sich, dass in nicht allzu ferner Zeit dort wieder die Glocken läuten", erklärt er. Als nächster Schritt sei geplant, die Hülle des Turmes komplett zu sanieren. Geschädigtes Feld- und Mauergestein werde ausgetauscht, Fugen würden saniert und Risse mit Metalleinlagen versehen, so der Vereinsvorsitzende. Das Turmdach muss neu gedeckt werden, fügt er an. Auch für den zweiten Bauabschnitt setzt der Verein auf Hilfe. Förderanträge seien auf den Weg gebracht, erklärt der Chef.

Schätzungen zufolge werden rund 32 000 Euro gebraucht. Die Kirchengemeinde und der Verein wollen sich an den Kosten beteiligen.

Daneben stehe der Förderverein vor einer weiteren Herausforderung, erzählt Gerhard Schliebener. Im einsitgen Kirchenschiff seien gut erhaltene Reste mittelalterlichen Putzes gefunden worden. In Eigeninitiative hätten Verein und Bürger ein Behelfsdach zum Schutz aufgebracht. "Dennoch ist durch den langen Winter Feuchtigkeit eingezogen und hat den Putz beschädigt. Er soll laut Forderung der Denkmalpflege fachmännisch konserviert, also haltbar gemacht werden", erzählt Gerhard Schliebener. Dafür seien zusätzlich etwa 3000 Euro aufzubringen, sagt er.

Vereinschef und Pfarrer sind optimistisch, dass das gelingen wird. Während die aktuellen Arbeiten anlaufen, würden die nächsten Schritte bereits vorbereitet, erklärt Pfarrer Boekels. Gut die Hälfte des Kirchenschiffes sei noch zu beräumen. Dafür hoffe der Verein erneut auf Hilfskräfte von der Arge. In der Perspektive, so die Idee, soll das Kirchenschiff ein frei tragendes Dach bekommen, das den Ruinencharakter des Gebäudes bewahrt, zugleich aber Veranstaltungen im Trockenen zulässt. Gestaltungsvorschläge sollen von Studenten der Humboldt-Universität kommen. Zudem, ergänzt der Pfarrer, werde der Glockenstuhl vorbereitet und ein Elektroanschluss zur Ruine geplant. Im nächsten Jahr müssten Fenster und Türen des Bauwerkes sowie die Treppe im Turm erneuert werden.

Die Skate im Blick

"Zu Weihnachten des Jahres 2010 sollen die Glocken in unserer Kirche wieder läuten", nennt Gerhard Schliebener das Ziel. Pfarrer Boekels hat den Traum, aus der gesicherten Ruine Deutschlands erste Skaterkirche zu machen. "Heinsdorf liegt an der Fläming-Skate. Wir machen uns Gedanken über eine Anbindung der Kirche an den Kurs und über einen barrierefreien Zugang zum Gotteshaus", sagt der Pfarrer.

Von Carmen Berg

Lausitzer Rundschau vom 20. März 2009

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